1. Tag
Anreise: Köln Hbf -> Berlin Hbf mit der Bahn zu 14,99 EUR (Last Minute Ticket), 3xÜ im Pfefferbett Hostel (8er Dorm), Berlin zu je 33,89 EUR, restliche Bahnstrecken mit Deutschland-Ticket
Eigentlich war Christi Himmelfahrt damit verplant gewesen, mit dem Deutschland-Ticket von Köln nach Berlin zu zuckeln, wofür mindestens 12 Stunden, zahlreiche Umstiege und wahrscheinlich dutzende to-go Kaffees erforderlich gewesen wären. Am 9.5. um 00:01 Uhr schoß ich eines der ersten neuen Last Minute Tickets der Bahn und so ging es im ICE wesentlich schneller und ohne viel Kaffee in die Hauptstadt.
Um 2 Uhr am frühen Morgen erst im Hostel eingecheckt, ging es nach fünf Stunden Schlaf schon wieder raus. Ich hatte mir Berlin als (preiswerten) Übernachtungsstandort ausgewählt, um von hier aus drei Touren nach Brandenburg zu starten.
Die erste Tour führte mich über Spremberg nach Spreetal zum gleichnamigen Stadion, einem wohlbekannten LOST GROUND. Neben Dynamo Hoyerswerda kickete hier auch mal einer meiner Lieblingsnamenvereine der DDR -> Aktivist Schwarze Pumpe! Als ich dort ankam, stand das Tor zum Gelände sperrangelweit offen und ganz in der Nähe saß eine Runde älterer Herrschaften bei Lübzer Pils-Flaschenbiere beisammen. Die hatten nix dagegen, daß ich hier zum Fotografieren herumlief und ich erfuhr sogar noch ein paar Details rund um das Stadion, die ich bisher nicht kannte.
Am Nachmittag versuchte ich in ein Städtchen weiter wieder mein Glück: Das Stadion vom Hoyerswerdaer Sportverein 1919 war mein Ziel. Hier war der Rückbau nahezu beendet. Im Prinzip lag nur noch vereinzelt Abriss-Schutt im hohen Gras. Tore, Stehränge oder Vereinsheim sind inzwischen verschwunden.
15.6.26 * BFC Meteor 06 - FC Köpenick 1:0 * 19:30 Uhr * Landesliga (level 7) * Sportplatz an der Ungarnstraße, Berlin * Eintritt: 7 EUR * Zuschauer: 300 (offiziell viel weniger)
Am Abend war ich in Berlin mit Andreas Thomé verabredet. Er ist Mitglied im Ältestenrat bei Blau Weiß 90 Berlin und der Historiker des Vereins. Von ihm stammt das tolle Buch "Heja Blau-Weiß!: Der einzigartige Verein aus Berlin-Mariendorf". Und nicht nur das: Andreas bietet gelegentlich auch Stadionführungen bei Blau-Weiß an! So hatten wir reichlich Gesprächsstoff und mußten nach dem Abpfiff zur Verlängerung in eine Kneipe. Weiß nicht, wann ich zuletzt so ein Ding frequentiert habe. Das Geschehen auf dem Rasen -> Sieg von Meteor und Platzsturm aufgrund gesichertem Aufstieg geriet zur Nebensache. Kein Problem, der Sportplatz Ungarnstraße war für mich "nur" ein Revisit.
2. Tag
Die zwote Tour führte mich endlich endlich nach Brieske/Senftenberg. Glaubt mir, die Tour habe ich schon seit über 30 Jahren in meinem Kopf. Damals las ich erstmals irgendwo von der glanzvollen Vergangenheit von Aktivist Brieske/Senftenberg in der DDR-Oberliga. Brieske ist ein Stadtteil von Senftenberg und während Senftenberg über einen Bahnhof verfügt, hat Brieske keinen. Und weil auch an diesem Samstag kaum (oder gar keine?) Busse fuhren, stand mir ein Wandertag bevor.
Belohnt wurde ich am Ziel mit zwei LOST GROUNDS: Die alte Glückauf-Kampfbahn ist zwar längst einer Wohnbebauung gewichen, aber vom damaligen Nebenplatz am Margaretengraben sind noch alle vier Flutlichter, die Tore und Stehränge vorhanden. Das erfreute mein LOST GROUND-Herz sehr!
16.6.26 * FSV Glückauf Brieske/Senftenberg - 1. FC Guben 2:4 * 15:00 Uhr * Landesliga (level 7) * Elsterkampfbahn, Brieske/Senftenberg * Eintritt: 4 EUR * Zuschauer: 107
Aber auch die aktuelle Spielstätte in unmittelbarer Nähe zu den aufgegebenen Plätzen wußte zu gefallen. Hingucker ist natürlich der Sprecherturm, der schon reichlich Rost angesetzt hat. Bei scharfem Bautz'ner Senf mit Bockwürsten erlebte ich ein nie langweiliges Spiel, das mit drei Gubener Toren in den letzten drei Minuten ein überraschendes, aber nicht unverdientes Endergebnis fand.
3. Tag
Abreise: Berlin Hbf -> Köln Hbf mit der Bahn zu 47,49 EUR
17.6.26 * Blau-Weiß Altes Lager - SG 1910 Woltersdorf II x:x * 15:00 Uhr * Kreisklasse * Sportplatz an der HTS, Niedergörsdorf *
Dritter Tag, dritte Tour! Auch heute wollte ich mir einen langgehegten (genau genommen seit 2019 gehegten) Wunsch erfüllen, nämlich ein Heimspiel von Blau-Weiß Altes Lager zu besuchen. Deren Ground ist nicht zuletzt deswegen ungewöhnlich toll, weil er direkt an einen sehenswerten Lost Place grenzt, den ich vor sieben Jahren mit Vereinspräse Sven besichtigen durfte. Jedoch bekam ich mitten in der Nacht mit, daß deren Spiel gegen Woltersdorf II abgesagt werden mußte, weil der Gegner wohl nicht kommen konnte. M**t!! Bul**hit!!! Soooo Schade!
Stattdessen verzichtete ich an diesem Sonntag ganz auf ein Spiel und pilgerte nochmals nach Wünsdorf, wo diesmal das Buchterkirch-Stadion auf mich wartete. So verbrachte ich einen Bilderbuchsonntag mit dem Wandern zu einem Bilderbuch-LOST GROUND. Inwiefern dort tatsächlich Fußball gespielt wurde (und von wem), muss ich noch herausfinden.
Und weil die gebuchte Zugverbindung über Nacht irgendwie nicht zustande kam und so für mein Ticket die Zugbindung aufgehoben wurde, konnte ich mich schon am späten Nachmittag auf den Heimweg machen und ein langer Nachtaufenthalt in Ffm Hbf blieb mir erspart. Fazit der drei Tage: Es lebe Brandenburg!
An- u Abreise: CGN -> AYT -> ECN und ECN -> SAW -> CGN jeweils mit Pegasus zu insgesamt 172,14 EUR; Flughafen ECN nach Famagusta / Magusa und zurück mit Shuttle-Service KIBHAS zu je 7,55 EUR; 1x ÜF im Caddem Inn Hotel, Famagusta zu 47,25 EUR
Gut 16 Stunden hatte die Anreise gedauert, bis ich samstags gegen 14 Uhr irgendwo in Famagusta aus dem Shuttle-Bus steigen konnte. Ich hatte damit gerechnet, daß ich hier keinen Handyempfang haben würde und so daheim mit einem selbst gezeichneten Stadtplan vorgesorgt. Zum Glück stand ein wirklich schrecklich anzuschauendes Denkmal, von dem ich wußte, wo es auf meiner Karte zu finden war, in unmittelbarer Sichtweite. So konnte ich direkt in Richtung meines Ziels losmarschieren.
Was sonst als ein LOST GROUND könnte in diesen Tagen Ziel einer meiner Reisen sein? So war also das GSE-Stadion in der Geisterstadt Varosha Tagesordnungspunkt 1. Auf dem Weg dahin kam ich durch das Dr. Fazıl Küçük Stadı, in dem gerade zwei Jugendmannschaften kickten, von der eine einen netten Pokal gewinnen würde. Die Tribüne war wirklich voll besetzt und es herrschte sowas wie Stimmung. Nach dem Besuch von Varosha würde ich zu einem Herrenspiel hierher zurück kommen, das zufällig genau zur für mich richtigen Zeit angesetzt war.
Was hat es mit dieser Geisterstadt auf sich? So wie ich das verstanden habe (Kurzform ohne Gewehr!): Auf Zypern lebten seit jeher Türken und Griechen, jedoch mehr nebeneinander als miteinander. Famagusta hat eine große historische Altstadt aus dem Mittelalter. Direkt daneben befindet sich der Stadtteil Varosha (die Griechen nennen es Varosia), der sich in den 1960er Jahren zu einem mondänen Ort u.a. für Promis entwickelte. Der feine Sand und das hier besonders schimmernde Meer hatte eine große Anziehungskraft auf Stars wie Brigitte Bardot, Elizabeth Taylor, Sophia Loren usw. Varosha wurde überwiegend von Griechen bewohnt und bestand aus zahlreichen Hotels, Restaurants und Läden für Souvenirs, Schmuck und was reiche Leute sonst so alles brauchen. Nachdem seit der Unabhängigkeit der Insel von den Briten 1960 unter den griechischen Zyprioten Stimmen lauter wurden und es Bestrebungen gab, die ganze Insel an Griechenland anzugliedern, landete 1974 türkisches Militär im Norden der Insel (wozu auch Famagusta gehört) und es kam zu Kampfhandlungen. In der Folge flohen 150 000 Griechen aus dem Nordteil und 50 000 Türken aus dem Südteil in den jeweils anderen Teil der Insel. Es gab knapp 1 000 Tote und mehrere Tausend vermisste Menschen, nach denen auch heute noch bei Grabungen gesucht wird. Der Stadtteil Varosha wurde vom türkischen Militär zum Sperrgebiet erklärt, d.h. dort leben seit 1974 keine Menschen mehr und das Gebiet ist von Drahtzäunen, Metalltonnen und Wellblechen umgeben. Varosha wurde Sperrgebiet nicht etwa, weil es eine besondere strategische Lage hätte. Nein, die Türkei wollte das aufstrebende Touristenviertel als Faustpfand für zukünftige Verhandlungen über die politische Zukunft Zyperns einsetzen. Seit 2020 können Besucher tagsüber in das Sperrgebiet, was sonst nur dem Militär und UN-Soldaten erlaubt war. Seit 2022 ist auch ein Teil des Strandes wieder zugänglich. Klingt eigentlich positiv, aber es widerspricht einer UN-Resulution. Nach dieser liegen die Eigentumsrechte (Grundstücke, Gebäude usw.) nur bei griechischen Zyprioten und eine Nutzung des Gebietes durch Türken ist illegal. Amen!
Der einzige Zugang zu Varosha, ein militärischer Checkpoint, liegt direkt hinter dem Dr. Fazıl Küçük Stadı. Sehr praktisch! Beim Reingehen werde ich gefragt, ob ich eine Drohne im Rucksack habe. Nein! Vom Eingang kann man die Hauptstraße 250 m geradeaus und an einem Kreisverkehr nochmal die Hauptstraße 750 m weiter nach Westen gehen. Zudem gibt es zwei weitere kurze offene Wege, die zum Strand führen. Entlang dieser offenen, wieder hergerichteten Straßen sind beidseitig durchgehend Zäune mit Seilen aufgestellt. In die Gebäude darf man ebensowenig rein, wie von der Hauptstraße abbiegen. Überall stehen in Sichtweite Posten herum (Tatsache!), die einen schnell wieder einfangen, sobald man es dennoch versucht (Vermutung!). Auch die UN ist hier vertreten.
Der Besuch von Varosha ist gleichermaßen traurig wie interessant. Es ist eben ein einzigartiger Ort, der entfernt ein wenig an Prypjat erinnert. 50 Jahre, ohne das ein Mensch hier was angerührt hat (abgesehen davon, das alle Läden und Häuser leer sind), ist schon eine verdammt lange Zeit. Die meisten Scheiben von Fenstern oder Leuchtreklamen sind zersplittert, aber wenn sie doch noch intakt sind, sind sie Zeitzeugen der besonderen Art. Mir fallen Marken wie Agfa oder Kodak auf, die sonst weltweit aus den Straßenbildern verschwunden sind. An den Geschäften prangen die veralteten Logos von Kreditkartenanbietern. Die Seitenstraßen, in die man reinschauen kann, sind meist von Pflanzen zugewuchert. Das war zu erwarten. Aber krasser fand ich, in welchem Maße die Bausubstanz in einem halben Jahrhundert verrotten kann, wenn man nichts mehr daran macht.
Was ist aus Tagesordnungspunkt 1 geworden? Der LOST GROUND lag zwar keine 50 m vom Eingang in die Sperrzone entfernt, war aber dennoch unerreichbar. Die Militär-Heinis waren natürlich nicht einverstanden damit, daß ich da mal gucken gehe. Wenigstens gelang es mir, vom Parkplatz neben dem Dr. Fazıl Küçük Stadı aus ein paar Fotos zu machen. So war ich letztendlich doch zufrieden!
9.05.26 * Dumlupinar TSK - Gönyeli SK 4:0 * 16:00 Uhr * ASKA Süper Lig (level 1) * Dr. Fazıl Küçük Stadı, Famagusta, "Nord-Zypern" * Eintritt: frei * Zuschauer: ca. 150 *
Mit ein paar Minuten Verspätung und mit zwei eiskalten Dosen Mr. Brown Coffee Drink ausgestattet, setzte ich mich in den Schatten der Stadiontribüne und verfolgte das Spiel. Diesmal waren weit weniger Leute da, als noch zuvor beim Jugendspiel, und Stimmung gab es auch keine. Die Trikots beider Mannschaften waren jeweils so dunkel (ich tippe auf schwarz und dunkeldunkelrot), daß ich die Spieler nur anhand der Farbe der Rückennummern (weiß und goldfarben) auseinanderhalten konnte. Wenigstens hab ich diesmal keines der Tore verpasst! Sonst keine besonderen Vorkommnisse auf dem Weg zum 72. Länderpunkt. Ist mir egal, was ihr sagt: Ich zähle "Nord-Zypern"!
Auf Google Maps hatte ich zu Hause einen Platz entdeckt, bei dem ich zu 99% einen LOST GROUND vermutete. Allerdings war mir da noch nicht klar, ob der Platz in oder außerhalb der Sperrzone liegen würde. So nutzte ich die letzten zwei Stunden mit Tageslicht zu einer insgesamt 5 km-Wanderung, um das herauszufinden. Der Weg, den ich nur anhand meiner Bleistiftzeichnung finden mußte, führte fast die ganze Zeit an der Sperrzone entlang und so war ich froh, als ich das Ding endlich fand und er dazu noch frei zugänglich war. Happy End!
Während es dämmerte, latschte ich zurück in die Innenstadt und nach einem Zwischenstopp beim Dönermann fiel ich fix und alle in mein Hotelbett.
2. Tag
Am nächsten Morgen sagte mir eine innere Stimme, ich solle auf den frühmorgendlichen Rundgang durch die Altstadt von Famagusta verzichten und mich stattdessen rechtzeitig beim Frühstücksbuffet einfinden. Gehört, getan! :-)
Dank meiner Bleistiftzeichnung fand ich später sogar den Busbahnhof. Ich hatte für den 11 Uhr-Shuttle-Bus gebucht und als ich dort gegen 10:20 Uhr ankam, wurde ich an der Bude des Dienstleisters KIBHAS von einer Frau freundlichst empfangen. Warum auch immer, fuhr der riesige Bus (gekommen war ich in einem Minibus) mit mir als einzigem Fahrgast schon um 10:30 Uhr los zum Flughafen Ercan. Bis ich zu Hause ankam, würden noch 18 Stunden vergehen, darunter waren 3 h Wartezeit am Flughafen ECN, 6 h Wartezeit am Flughafen SAW (in denen ich Unterhaltung im Ärger über die Kaffeepreise von bis zu 10 EUR pro Tasse und meine plötzlich gesperrte VISA- und Debitkarte fand) und nochmal 2 h Wartezeit am Flughafen CGN, weil um 1 Uhr morgens die letzte S-Bahn verpasst wurde.
Als ich davon erfuhr, daß das alte Stadion von Boston United an der York Street sehr bald abgerissen werden sollte, plante ich kurzfristig diesen Trip an die Westküste Englands. Es gelang mir, günstige Flüge mit einem Spielbesuch unter der Woche zu verbinden. Das Städtchen hat ja eine gewisse historische Geschichte, wie man an einigen alten Gebäuden noch erkennen kann. Leider hatte die Guildhall am Tag meines Besuches geschlossen. Was mich jedoch besonders bedrückt hat, war die überall sehr deutlich sichtbare Armut der Menschen, die dort leben. Boston ain´t a good place to be.
Nach der Ankunft in Boston führte mich mein erster Weg direkt an die York Street, wo vor 5 Tagen der Abriss des Stadions begonnen hatte. Zuerst bekam ich einen Schreck, war der LOST GROUND doch von einer Seite vollkommen von einem weißen Bauzaun aus Trapezblech abgeschirmt. Aber auf der Stirnseite (also an der York Street) hatte ich Glück. Als die Bauarbeiter gerade Pause machten (?) bin ich schnell mal auf das Gelände geschlichen und konnte im Innern ein paar sehr tolle Fotos machen. Mission geglückt!
24.03.26 * Boston United - Altrincham FC 2:2 * 19:45 Uhr * National League (level 5) * Jakeman Community Stadium, Boston, England * Eintritt: 22 GBP * Zuschauer: 1 465 * Anreise: CGN -> STN mit Ryanair zu 21,99 EUR und Stanstad Airport SSD -> Boston BSN mit der Bahn zu 30,90 GBP, 1x Ü im Carpernters Arms, Boston zu 45 EUR
Ein paar Tage vor der Anreise bekam ich vom Verein Boston United ein Angebot, was man nicht ablehnen konnte! Teilnahme an der Führung durch das neue Stadion kurz vor dem Spiel. Die Akteuere waren bereits in der Umkleide! :-D Sehr interessant und ganz tolle Geste des Clubs! Hat mir echt Spaß gemacht!
Das Spiel war ganz OK und mit gesehenen vier Toren war ich zufrieden. Nach dem Spiel fuhren aber keine Busse mehr vom außerhalb gelegenen Ground und UBER gabs auch keine. So mußte ein kleiner Boston Marathon von 2,2 Meilen eingelegt werden, um zum Pub zu kommen, wo mein Zimmer auf mich wartete.
2. Tag
Am Nachmittag trieb ich mich im Londoner Stadtteil Bermondsey herum, genauer gesagt am Standort des LOST GROUNDS The Den des Millwall FC. Gab ein paar schöne Motive dort zu holen. Traurig, daß die Gedenkplakette zum alten Stadion verschwunden ist. Frevel!
25.03.26 * Wealdstone FC - Yeovil Town 0:2 * 19:45 Uhr * National League (level 5) * Grosvenor Vale, London, England * Eintritt: 20 GBP * Zuschauer: 1 165 * Anreise: Boston BSN -> Kings Cross KGX mit der Bahn zu 27,50 GBP und STN -> CGN mit Ryanair zu 20,99 EUR
Für den Abend hatte ich mir nochmal ein Spiel in der National League herausgesucht. Wealdstone war echt ein Treffer, der Ground verfügt über eine Rekordanzahl an Tribünen. Je nach Auslegung kommt man auf zehn bis vierzehn (!) Stück. Hab noch nie ein soooo chaotisch gebautes Stadion gesehen. Aber sehr geil! Spiel und Stimmung waren auch OK.
Nach dem Spiel konnte ich mich beim Töchterlein Pia ein paar wenige Stunden im Bettchen wälzen, um gegen 3:30 Uhr den Bus zum Flughafen zu nehmen. Airportsleeping Standsted musste also diesmal ausfallen.
3. Tag
10.01.26 * Livingston FC - Kilmarnock FC 1:1 * 15:00 Uhr * 1. Liga * Home of the Set Fare Arena, Livingston, Schottland * Eintritt: 26 GBP * Zuschauer: ca. 600 * Anreise: CGN -> DUB zu 21 EUR und DUB -> GLA zu 32,99 EUR jeweils mit Ryanair, Glasgow Queen Street GLQ ->Falkirk Grahamston FKG -> Livingston South LVG mit Scotrail zu 30 GBP, 1xÜ im Kick Ass Grassmarket, Edinburgh zu 25,38 EUR; Abreise: EDI -> NRN mit Ryanair zu 34,33 EUR
Um in den Genuss zweier neuer LOST GROUNDS zu kommen, mußte erst eine Nacht am Flughafen DUB (sitzend, genervt von quietschender Rolltreppe) überstanden werden. Diese Anstrengung sollte sich lohnen: Vom Brockville Park in Falkirk ist nicht nur ein Turnstile erhalten geblieben, sondern im Inneren des Supermarktes nebenan gibt es eine Vielzahl an großformatigen Bildern vom Stadion, seinen Fans, Spielern und Mannschaften des Falkirk FC.
Keine Meile davon entfernt dümpelten die Überreste des Firs Park vor sich hin. Am Ende der Sackgasse der Firs Street waren auf Google Street View noch die alten, verrammelten Eingänge zu erkennen gewesen. Die waren jetzt weg, dafür das Gelände aber zugänglich. An drei Stellen lagen größere Haufen an Bauschutt (Betonelemente und Ziegelsteine) herum, die wohl früher zum Ground gehört haben dürften. Darüber steht noch ein Flutlicht und sogar ein paar alte Stehplatzstufen sind zu erkennen. Klasse!
Am Mittag fuhr ich mit der Bahn via Edinburgh nach Livington South. Komischer Ort, besteht überwiegend aus Roundabouts und riesigen Supermärkten. Den Verein Livingston FC gibt es unter diesem Namen und an diesem Ort erst seit 30 Jahren. Dementsprechend fehlte jedes Old School Flair. Aber der Ground war nice und die Preise in der Snack Bar erträglich. Die Anhänger aus Kilmarnock nahmen die gesamte gegenüberliegende Seite ein. Stimmung gab es kaum und wenn, dann nur von den Gästen. Spiel war OK, immerhin trafen hier die beiden Tabellenletzten der 1. schottischen Liga aufeinander.
Nachher ging es für mich schnurstracks zu meinem Dorm am Grassmarket im alten Stadtzentrum von Edinburgh. Alter Mann brauchte dringend Wärme und Schlaf. Die Stadt hatte ich viel grauer und langweiliger in Erinnerung. So ist das, wenn die Zeit vergeht: Erinnerungen verblassen (und können sich verfälschen) und Einschätzungen sich ändern.

















































































