"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die  Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur  etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]


Vorgeplänkel

Als ich irgendwann Ende 2025 auf Instagram Fotos vom Estádio Olimpico Monumental in Porto Alegre sah, wurde mir als leidenschaftlicher Anhänger von LOST GROUNDS ganz schnell klar: Da mußt Du hin! Durch die Info, daß das Ding nach 14 Jahren Leerstand 2026 abgerissen werden soll, befiel mich mal wieder die Torschlußpanik und mir wurde klar: Da mußt Du sehr bald hin! Dabei stand Südamerika gar nicht auf meiner Bucket List. Ich war noch nie ein Freund von Ländern mit hoher Straßenkriminalität.

Bei der Auswahl meiner Reisezeit von 2 Wochen orientierte ich mich allein an den Flugpreisen Europa -> São Paulo. Danach begann ich die recherchierten LOST GROUNDS (außer dem Estádio Olimpico Monumental hat der Kontinent natürlich noch ein paar weitere Stadionruinen zu bieten) mit einer Reiseroute zu verknüpften. Ein Fußballwochenende im Großraum São Paulo und eines in Buenos Aires sollte machbar sein. Dann buchte ich, soweit wie möglich, alle weiteren Flüge, Busse und Hotels. An Spielen nahm ich "nur" mit, welche sich zufällig ergaben. Priorität hatten ganz klar die LOST GROUNDS.

Postkarte vom Estádio Olimpico Monumental, Porto Alegre


1. Tag

Köln Hbf -> Schiphol mit der Bahn zu 16,23 EUR, AMS -> GRU mit LATAM zu 401,77 EUR

AMS



Ich bin noch nie in einem soooo leeren Flugzeug geflogen, die Auslastung lag bei max. 20%! Nach 12 Stunden, um 20:20 Uhr Ortszeit, war man am Ziel der ersten Etappe! Seit wir im Handy-Zeitalter leben (also schon ein paar Jährchen), ist auf Fernreisen stets meine größte Sorge, im Ausland mobilen Internet-zugang zu bekommen. Dank zweier in Deutschland gekaufter und unterwegs aktivierter travSIM-Karten (eSIM kann mein Ding nicht) klappte das problemlos! Nach meiner Landung in GRU und zügiger Einreise ging es etwa eine Stunde mit dem Express-Zug zum Busbahnhof Barra-Funda.


GRU


2. Tag

São Paulo Barra-Funda -> Rio de Janeiro Nova Rio mit dem Bus zu 32,45 EUR, 3x ÜF im Hotel Downtown Santana, Rio de Janeiro zu je 26 EUR

Um 0:30 Uhr war Abfahrt eines Nachtbusses nach Rio de Janeiro. 

Eigentlich hatte ich ursprünglich für diesen Freitag eine Tages-Flugreise nach Uberlandia, einer Stadt gut 500 km nördlich von São Paulo, geplant gehabt. Etwa 30 km vom Flughafen UDI liegt in der Stadt Araguari u.a. mit dem Estádio Sebastião César ein sehr netter LOST GROUND. Als aber wenige Tage vor Abreise für den gleichen Tag in Rio ein Heimspiel von Botoafogo FR im Sudamericana-Pokal angesetzt wurde UND ich in der Nähe von Rio auf einen LOST GROUND mit interessanter Geschichte aufmerksam wurde, ja da wurde der Tag umgeplant und Rio de Janeiro doch mit in die Reiseroute aufgenommen. 

Für die etwa 430 Straßen-Kilometer von São Paulo nach Rio brauchte der Bus 7,5 h Stunden. Früher sind auf dieser Strecke die Busse öfters mal überfallen worden. Vermutlich sind aus diesem Grunde die Räumlichkeiten der Passagiere durch eine weitere, sehr stabile Glastüre gesichert, d.h. wenn die Außentüre eines Busses öffnet, kann man nicht direkt in den Innenraum springen, sondern muß erst durch die (verriegelte) Sicherheitstüre. Alle Fernbusse, die ich in Brasilien gesehen habe, waren ausnahmslos sehr modern und komfortabel. Selbst die einfachen Sitze sind bequem verstellbar. Ich hatte für einen Aufpreis die Kategorie "semi-leito" gebucht. Dafür bekam ich im Bus einen Platz, bei dem man den Sitz so runterklappen konnte, daß man während der Fahrt waagerecht und mit ausgestreckten Beinen liegen (und sehr gut schlafen) konnte. Durch einen Vorhang kann man sich vor seinem Liege-Nachbarn verstecken. Gefiel mir super! 

Vermutlich wäre ich die Strecke eher geflogen, aber trotz einer hohen Frequenz liegen die Preise für São Paulo <-> Rio bei 200 bis 250 EUR pro Strecke. Verrückt, denn andere, gleichlange oder sogar längere Flüge sind deutlich preiswerter zu haben. 


Rodoviária Novo Rio, Rio de Janeiro


Gut erholt erreichte ich fast pünktlich um 8:00 Uhr den Busbahnhof Rio Novo. Bis zum Hotel, wo ich einen frühen Check-In organisiert hatte, war nur eine kurze Fahrt mit der Tram und ein Spaziergang ab dem Bahnhof Central do Brasil erforderlich. 


Um Fußballspiele der oberen Ligen in Brasilien besuchen zu können, ist es seit einiger Zeit erforderlich, sich mit seinen biometrischen Daten beim Verein zu registrieren. Die Verfahren sind bei jedem Club verschieden und werden dadurch verkompliziert, daß eine Steuerregistrierungsnummer CPF (Cadastro de Pessoas Físicas) erforderlich ist, die man als Ausländer nicht hat. Einige Vereine sind auf Ausländer eingestellt und man kann irgendwo "Estrangeiros" anklicken. Andere hingegen nicht, dann ist bei einer fehlenden CPF Endstation. Ich hatte in Deutschland mal testweise versucht, mich bei einigen Vereinen zu registrieren. Bei Gremio Porto Alegre klappte es relativ einfach, bei Internacional, Conrinthians und Santos blieb ich aber irgendwo stecken und es ging, aus jeweils unterschiedlichen Gründen, nicht mehr weiter. Support gibt es nur per KI und die war nicht zielführend. So blieb mir fast nichts anderes übrig, als die Tickets über eine Agentur zu buchen. Ich entschied mich 3x für homefans.com. Da bucht man i.d. Regel die Ticketbeschaffung und einen Guide, mit dem man sich vor dem Spiel trifft und gemeinsam das Spiel besucht. Kann ich nur empfehlen. Details bei den jeweiligen Spielen.

Hotel Downtown Santana



9.4.2026 * Botafogo FR - Caracas FC   1:1 *  19:00 Uhr * CONMEBOL Sudamericana * Estádio Olimpico Nilton Santos, Rio de Janeiro, Brasilien * Eintritt: 99 EUR (über Homefans) * Zuschauer: 11 931

Im Fall von Botafogo war es allerdings so, daß sogar die Agentur Probleme bei der Registrierung bekam (oder irgendwelche Fehler gemacht hat, ich kann das nicht seriös einschätzen). Jedenfalls: Als ich in Rio im Hotel ankam, meldete sich die Agentur und bat darum, das ich mich komplett neu unter Anleitung registriere, wieder eine Art Passfoto erstelle und es nochmals zwecks Identifikation hochlade. Dann hatte ich ein falsches Ticket und dann stimmte irgendwas mit dem Account nicht und es mußte ein neuer angelegt werden usw. Das ganze zog sich über vier bis fünf Stunden, bis es endlich klappte. Das hatte den Nachteil, daß ich den ersten Tag in Rio ziemlich genervt im Hotel verbrachte. Aber für einen Länderpunkt ist man ja zu jedem Martyrium bereit. 

KI-Chat in Endlosschleife


Irgendwie ein falsches Ticket?!


Opa, irgendwas stimmt hier nicht?!


Gegen 16:30 Uhr wurde ich am Hotel von dem Guide für dieses Spiel, Daniel (28), im Auto abgeholt. Drinnen saßen schon ein Engländer und ein Franzose, die auch zum Spiel wollten. Wir kamen am Maracana vorbei und in der Nähe des Olympischen Stadions wußte Daniel einen Parkplatz, der nach dem Spiel ein schnelles Wegkommen garantierten würde.

Auf dem Weg zum Ground blieb Zeit, für ein Bier, was zu Essen (und für mich ein Brausegetränk). Es war nicht sooo viel los, wie ich vielleicht erwartet hatte. Dabei ist Botafogo dafür bekannt, daß es nicht geradie die Massen an Fans anlockt. 







Am Eingang erfolgte zuerst eine Körper- und dann eine Taschenkontrolle, wobei die Taschen oder Rucksäcke immer von der Polizei (und nicht vom Ordungs- dienst) kontrolliert werden. Statt eines Tickets, Barcodes oder sonst etwas musste man dem Scanner nur seine Rübe zeigen und man wir drin. Grandios, aber Scheiße! :-) Eine Eintrittskarte für dieses Spiel habe ich nie gesehen, weder digital noch in Papierform. Im Stadion galt freie Platzwahl. Unterwegs wurde man ständig von irgendwelchen Fotografen abgelichtet. Man kann sich solche Fotos dann irgendwo bestellen und runterladen, glaube ich. Keine Ahnung, wer so was heutzutage noch braucht?!

Estádio Olímpico Nilton Santos, Rio de Janeiro





Die Guides von homefans.com, das muß man anerkennenn, sind wirklich echte Fans des Vereins, den man besucht. Sie gehen im Support voll mit und haben auch wirklich Ahnung von der Fußballszene, den Fans, Freund- und Feindschaften usw. Und sie sprechen, anders als der Rest der Bevölkerung Brasiliens, gutes Englisch. So erzählte Daniel uns, daß zwischen Botafogo und Fluminense ein Entscheidungsspiel ausgetragen wurde, wer nach Olympia das Estádio Olimpico Nilton Santos nutzen darf. Wie man sieht, hat Botafogo das Spiel gewonnen.

Gegen Caracas reichte es nicht zum Sieg. Die Venezuelaner, die auch einen Haufen eigene Fans mitgebracht hatten, waren die von Daniel erwartete unbequeme unbekannte Mannschaft. Kurz vor der Pause war Caracas in Führung gegangen, in der 50. Minute dann gelang Botafogo der Ausgleich und ich kam in den Genuß eines brasilianischen Torjubels. Obwohl das Stadion nur zu 1/5 gefüllt war, machten die anwesenden Fans gewaltig Lärm und Dauersupport. Nicht sensationall, aber durchaus Klasse! Der erhoffte Siegtreffer fiel nicht mehr. Botafogo, von Fan Daniel vor dem Spiel als Favorit für die Coppa Sudamericana erklärt, muss sich demnächst mehr liefern, will man den Cup wirklich gewinnen.

Keine Eintrittskarte sondern eine Kiosk-Quittung


                                                         das ist unser Guide Daniel

Nach dem Abpfiff fuhr uns Daniel noch in die Gegend vom Maracanã, wo wir uns auf drei UBER aufteilten, die von homefans.com bezahlt wurden. Insgesamt ein entspannter und unterhaltsamer Abend ohne große Höhepunkte. Aber der Länderpunkt wurde eingefahren. 


"Schwarz Weiße Bohemien Botafogo"


3. Tag

Rio de Janeiro Novo Rio -> Santos mit dm Bus zu 103 EUR

Erster Blick auf den Zuckerhut



Am nächsten Morgen holte mich Daniel wieder vom Hotel ab und wir fuhren über die Ponte Presidente Costa e Silva nach Niteroi, das auf der anderen Seite der Bucht von Rio de Janeiro liegt. Ich hatte ihm am Vortag erzählt das ich in Niteroi das Estadio Caio Martins fotografieren wolle und er war begeistert von dieser Idee und er bot sich direkt an, mich dort hinzufahren. Er selbst verbindet einige sehr persönliche Erlebnisse mit diesem Stadion. 

Museu de Arte Contemporânea de Niterói


LOST GROUND Estádio Caio Martins, Niterói



Der LOST GROUND diente Botafogo FR einige Jahre als Heimspielstätte und er soll bald abgerissen und evt. durch ein neues Sportzentrum ersetzt werden. Mir gelangen zwar zwei gute Fotos durch Löcher in einem Zaun, aber reinzukommen wäre natürlich besser. Wie aus dem Nichts kam plötzlich ein Mann heran und öffnete eines der alten Eingangstore und durch Daniels Übersetzungs- und Überredungskünste erlaubte er mir, für ein kurzen Augenblick reinzugehen. So überstrapapzierte ich die freundliche Geste des Mannes nicht und sprang schnell rein, drehte mich einmal um 360 Grad und drückte so oft wie nur möglich auf den Auslöser. Zufälligerweise stand am anderen Ende der Haupttribüne ein anderes Tor offen und natürlich mußte ich wieder rein und mich austoben. Das gefiel einem Heini, der gerade mit seinem Auto hereingefahren kam, nicht so sehr. Daniel meinte, er hätte Angst, ich würde das Stadion in seinem schlechten Zustand zeigen wollen. Ich aber hatte für meine Zweck mehr als genug Fotos gemacht und mit einer LOST GROUND Premiere in Brasilien mehr als zufrieden.

Strand in Niterói, im Hintergrund Rio de Janeiro


Estádio Presidente Manoel Schwartz, Rio de Janeiro


Nachdem mich Daniel in Rio wieder abgesetzt hatte, nahm ich die Metro bis zur Station Flamengo und ging ein kurzes Stück zum Estádio Presidente Manoel Schwartz, das auch Estádio de Laranjeiras genannt wird. Es wurde 1919 gebaut, aber unter dem Namen Campo da Rua Guanabara wird hier schon seit 1904 Fußball gespielt. Es gehört dem Fluminense Football Club, einem der vier großen Vereine aus Rio und der erste von ihnen, der das Wort "Football" in seinem Namen trägt. Inzwischen finden hier aber höchstens noch unregelmäßig Spiele von Damen statt oder ein Auswärtsverein nutzt es während seines Aufenthaltes in Rio als Trainingsstätte. So ist das Estádio Presidente Manoel Schwartz nach meiner Definition ein LOST GROUND. Und ich habe es tief in mein Herz geschlossen. Ich würde es locker in die TOP 5 der schönsten Fußballstadien ever einordnen. Dadurch, das es noch fast vollständig erhalten ist und stets gepflegt wurde, hat es seinen Charme vom Anfang des 20. Jahrhunderts bewahrt. Von der Straße aus gesehen sieht die Haupttribüne wie eine antiquierte Bibliothek oder ein ähnliches gesellschaftlich gehobenes Gebäude aus. Beim Betreten traut man sich nur leise zu Flüstern, so voller Erfurcht erstarrt man angesichts des noblen Interieurs und dem Flair eines Gentlemen’s Club. 

Im Museu Fluminense FC.









Den Höhepunkt des Besuches hob ich mir bis zum Schluß auf, d.h. ich ging zuerst durch das kleine Vereinsmuseum von Fluminense. Den Eintritt von 50 BRL (ca. 8.54 EUR) fand ich etwas überteuert für die sieben, acht kleinen Räume. Aber dann der große Moment, das Betreten des Estádio Presidente Manoel Schwartz. Nachdem die Erwartung durch das Heraufschreiten der noblen Treppe bis auf die Spitze getrieben wurde, folgte das große Aaaahhhh! Tja, was soll ich sagen? Mega-toll! Ein Traum jedes Anhängers von Old School-Stadien. Ich lege mich fest: Nach The Oval von Glentoran in Belfast ist dieser Ground meine Nr. 2! Nostalgie pur! Keine Ahnung, wie lange ich hier zwischen den Sitzreihen hin und her schlich und die Treppen auf und ab trabte. Ich mußte diesen Moment genießen und das konnte ich am besten beim Fotografieren. 




Palácio Guanabara, Rio de Janeiro


Für mich DAS Symbol für Copacabana: geschwungenes Pflastersteinmuster!


Inzwischen war es später Nachmittag geworden und mir blieb noch Zeit für eine Sehenswürdigkeit. Zur Auswahl standen Copacabana, die Statue Cristo Redentor, das Stadion Maracanã oder der Zuckerhut. Ich nahm den Strand. Daniel hatte mir eingetrichtert, ich sollte statt zum Praia de Copacabana zum Praia de Ipanema fahren. Der wäre viel schöner. Ich wollte natürlich nicht hören und entschied mich für den großen Namen. Und ich bekam, was ich verdiente: An einem normalen Wochentag (Freitag) waren die kleinen Bars und Beachvolleyballfelder leer und nur auch der Strand direkt am Wasser war nicht gerade überfüllt. Das Panorama war natürlich toll und die kräftigen Wellen des Meeres waren beeindruckend. Aber heute hatte ich nicht das Gefühl, am vielleicht berühmtesten Strand der Welt zu stehen. Selber Schuld. Beim nächsten Mal Ipanema.

Copacabana




Quasi der Hauptbahnhof von Rio: Estação Central do Brasil.



"Ich glotz TV..."


Schwarzenegger an der Hantelstange


Um 22 Uhr nahm ich den Nachtbus von Rio Novo nach Santos. Diesmal hatte ich die Kategorie "leito" für über 100 EUR gebucht. Man hat es ja! Dafür hatte ich in dem Bus zwar von der Breite her fast doppelt so viel Platz wie bei "semi-leito", aber es fehlten die entscheidenden Zentimenter in der Länge, um sich richtig bequem ausstrecken zu können. Insofern war die Investition in besseren Komfort ein Schuß in den Ofen gewesen. 


4. Tag

2x ÜF im Hotel Ibis Santos Valongo, Santos zu je 65 EUR, 4x UBER zu insgesamt 18 EUR



Nach der Ankunft um 5:30 Uhr am frühen Morgen ging es für mich flugs ins Hotel und anschließend zum Frühstück. Eigentlich wollte ich noch ne Runde schnarchen, aber ich war viel zu aufgeregt, denn für den Tag hatte ich mir eine ganze Reihe an Programmpunkten zurechtgelegt, von denen ich keinen einzigen verpassen wollte. 

ibis Santos Valongo


Memorial Necrópole Ecumênica



Los fing es mit dem Memorial Necrópole Ecumênica, dem höchsten Friedhofsgebäude der Welt. Für unsereins etwas befremdlich, oder? Vielleicht liegt das an der "Ewigkeit", die man Mutter Erde auf einem Friedhof, aber nicht einem solchen Hochhaus zutraut. Als ich dort eintraf, wußte der Sicherheitsmann natürlich genau, wessen Grab ich besuchen wollte und er wies mir den Weg zum Grab von Pelé. Sein Grab befindet sich in einem Pelé Memorial genannnten Raum, der einem Fußballstadion nachempfunden ist: Kunststoffrasen auf dem Boden, Zuschauer auf Tapeten an den Wänden und ausgestellte Trikots. Vermutlich anders als die meisten Toten, die hier ruhen, wurde Pelé nicht eingeäschert. Ich war allein und nach einer kurzen Fotorunde verweilte ich etwa fünf Minuten ganz ungestört an seinem Grab. Das war ein wirklich emotionaler Moment für mich, ganz alleine mit dieser Ikone des Fußballs innezuhalten. 

Pelé Memorial


Grab von Pelé, dem Größten aller Zeiten






im Stadtteil Vila Belmrio am Stadion



In dem Memorial Necrópole Ecumênica gibt es noch eine sehenswerte Ausstellung von alten Autos, die aber meines Wissens nach keinen Bezug zu Pelé haben. 

Das Stadion, in dem Pelé einst berühmt wurde, liegt nur etwa 500 m Luftlinie von seiner Grabstätte entfernt. Dort waren an diesem Samstagmorgen schon die Vorbereitungen für das Spiel am Abend im Gange. Ich nahm mir reichlich Zeit, den tollen Ground einmal zu Umrunden. Anschließend mußte ich den Store des FC Santos mit einem Einkauf beglücken und...



Estádio Urbano Caldeira, Santos











....ich besuchte das Vereinsmuseum, das Memorial das Conquistas! Das hat eine wirklich sehenswerte Sammlung an Exponanten, z.T. richtig geile alte Dinger! Es ist jedenfalls interessanter als das bekanntere Museu Pelé, das ich nachmittags auch noch besichtigen sollte. 

Vereinsmuseum des FC Santos




Bayern-Wimpel vom 17.V.1961


















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