"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die  Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur  etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]






20.11.22 * SG Sengwarden/Fedderwarden - SV Astederfeld     2:1 * 12:30 Uhr * Kreisliga * Motodrom Halbemond, Halbemond * Eintritt: 10 EUR * Zuschauer: 874 * An- und Abreise mit der Bahn zu 53,05 EUR (abzgl. evt. Erstattung wg zweistündiger Verspätung)

Nachdem im letzten Sommer ein elitärer Kreis nur zu einem Freundschaftsspiel geladen worden war, nutzte ich nun die Gelegenheit, das erste Pflichtspiel in Halbemond seit 1999 zu gucken. Da Corona auf dem Rückmarsch scheint, gab es diesmal keine Zuschauerbeschränkungen.

Auf der Hinfahrt wurde in Emden der Anschlußzug nach Norden nur um drei oder maximal vier Minuten verpaßt. Was zur Folge hatte, daß man geschlagene zwei Stunden auf den nächsten RE warten mußte. Zonenrandgebiet Ostfriesland halt. Eine Taxifahrt nach Halbemond hätte 100 EUR gekostet. No need! Aber ab Norden war nun ein Taxi fällig, da mir nach der Ankunft dort nur noch knapp eine Dreiviertelstunde bis zum Anpfiff in Halbemond blieben. Das Taxi orderte ich telefonisch noch in Emden. Die Dame des ersten Taxiunternehmens sprach so einen plattdeutschen Akzent, daß ich zuerst dachte, ich hätte bei Frau Antje angerufen. Beim zweiten klappte die Verständigung besser.



In (und im) Norden angekommen, stand ein schon ein anderer Hopper am Taxi. Praktisch, denn so reduzierte sich für mich der Fahrpreis von 23 EUR auf 10 EUR.

Es gab den erwarteten Hopperauflauf im Motodrom von Halbemond. 874 jeweils zehn EUR zahlende Zuschauer waren angereist, vermutlich 99,99% mit dem Auto. Es wurde nicht so schlimm, wie befürchtet! :-) Witzig fand ich, daß die meisten Kollegen ähnlich gekleidet waren: Dunkle Klamotten, Mütze usw. Fast hätte man an ein großes Ehemaligen-Klassentreffen denken können.

Hoppermobile


Die heimlichen Stars des heutigen Tages!



Motodrom für 30 000 im 971-Seelen-Dorf


Tiefes Geläuf


Irgendwann sprach mich jemand an, ob ich der und der sei, der mal ein Buch geschrieben habe?! Ähm, ja! Cool, Leser erkennt Autor auch noch acht Jahre nach der Bucherscheinung.

Nach dem Abpfiff leerte sich der Ground ziemlich schnell. Die meisten hatten wohl ein Anschlußspiel in Aurich oder Leer sonst wo. Zeit für mich, das hopperleere Motodrom nochmals gründlich abzulichten. Am Bierstand feierten und leerten jetzt nur noch Anhänger, Spieler und Funktionäre der beiden Kreisligisten die Bierbecher. Beim Entleeren der Blase unterhalb des Sprecherturms bekam ich von einem Herrn mit Astederfeld-Mütze die Historie des Motodroms soufliert.

Geiler Tach!

Advent, Advent...


Zwiegespräch am Urinal mit Sengwarden/Fedderwarden-Funktionär.




18.11.22 * Lommel SK - Jong Genk   2:1 * 20:00 Uhr * 2. Liga * Soevereinstadion, Lommel, Belgien * Eintritt: 10 EUR für n Steher * Zuschauer: ca. 800 * An- und Abreise mit der Bahn zu 16,29 EUR und als Beifahrer von Thomas zu 13 EUR *

Ab Kerpen-Buir durfte ich mich wieder Thomas (und diesmal auch Klemens) als Mitfahrer nach Lommel anschließen. Die Lümmel aus Lommel hatten die Jungen von Genk zu Besuch. Letztere brachten eine Busladung lautstarken Support mit zum 50 km entfernten Auswärtsspiel. Der Anhang der Lümmel fiel durch das kräftige Zündeln mit Pyro im extra so beworbenen rauchfreien Stadion aus der Rolle. Spiel war unterhaltsam, da will ich nicht meckern.



12.11.22 * FC Schalke 04 - Bayern München   0:2 * 18:30 Uhr * Bundesliga * Veltins Arena, Gelsenkirchen * Eintritt: 2x 51,50 EUR * Zuschauer: 62271 (ausverkauft) * An- und Abreise mit der Bahn zu 25,95 EUR *


Nach dem Bayern-Spiel in Bochum ist mein Fräuleinchen Mitglied des ruhmreichen FC Bayern geworden. Klar, daß ihr neuer Bayern-Schal mit eingesticktem Namen zum nächsten Bayern-Spiel, für das wir Karten kriegen würden, ausgeführt werden mußte. Trotz der eher niedrigen Temperaturen im Stadion bestand Marie darauf, bloß im T-Shirt zu supporten. Nicht etwa, weil es ihr warm war, sondern weil auf dem T-Shirt ein Bayern-Logo drauf ist. Oh, hier wächst eine echte Fanin heran! Spiel war so mittelmäßig, die Bayern spielten Fehlpässe zuhauf. Auf dem Rückweg zur Straßenbahn waren wir beide lange in Massen von Schalker Fans eingepfercht, was Marie tapfer aushielt. Schalke liegt in meiner Sympathieskala ja eher weit unten, aber ich muß schon sagen: Respekt für diese Fans, die ihre Gurkenmannschaft in Höhen wie in Tiefen stets mit Vollgas unterstützen. Zudem vor Spielbeginn ne geile Handylicht-Choreo in Bezug auf den Bergbau in Gelsenkirchen und natürlich das Steigerlied. Hat was identitätsstiftendes. Gefällt mir besser als diese Kölschtümelei beim Eff-Zeh.