Wenn ich bisher in Schottland unterwegs war, dann immer nur irgendwo zwischen Glasgow und Dundee. Die Highlands kannte ich nur vom Hören-Sagen. Und seit dem Tag, als ich erstmals eine Inter-Rail-Faltkarte in der Hand hatte (es muß Mitte der 1980er gewesen sein), träumte ich davon, auf der britischen Insel einmal ganz nach oben, nach Thurso zu railen. Ein Leben ist nicht unendlich und so sollte man sich seine Träume erfüllen, dachte ich mir. Also wurde während der Sommerferien, wenn die Kids anderweitig unterwegs sind, eine knapp zweiwöchige Tour nach Schottland geplant. Das Grundgerüst bildete dabei ein ScotRail-Pass für 8 Tage (offiziell "Spirit of Scotland"). Priorität 1: Möglichst oft mit der Bahn unterwegs sein und die Nebenstrecken im Norden und Westen abfahren. Der Weg ist das Ziel und das Ziel ist die Schiene! Priorität 2: Sehenswürdigkeiten abgrasen! Priorität 3: Fußballspiele gucken! Und als Sahne-häubchen: Eriskay!
Und weil das für mich alles Neuland werden sollte, findet sich dieser Bericht auf meiner website unter "terra incognita", unbekanntes Land.
1. Tag
CGN -> STN mit Ryanair zu 73,53 EUR, STN -> EDI mit Ryanair zu 75,05 EUR, Spirit of Scotland Travel Pass für 8 Tage zu 196 GBP (24,50 GBP pro Tag), 1x Ü im Revolver Edinburgh im Dorm zu 52 EUR
11.8.26 * Dumbarton FC - Airdrieonians FC 1:3 * 19:45 Uhr * Scottish League Challenge Cup * The Rock, Dumbarton, Schottland * Eintritt: 15 GBP * Zuschauer: 445
In der ersten Tageshälfte Anreise von CGN nach EDI via STN und anschließend Check In im Hostel in Edinburgh. Von dort mit ScotRail via Glasgow nach Dumbarton. Dort trohnt an der Mündung des River Leven in den Clyde auf einem riesigen Felsen Dumbarton Castle. Eine gigantische Landmarke, in deren Schatten seit dem Jahr 2000 der Dumbarton Football Club spielt.
Als ich am Stadion direkt unterhalb des Felsens stand, sah ich von einer Besteigung des Teils ab und entschied mich für eine Umrundung des Grounds und zu einem Abstecher an den Dumbarton Quay. Dort, wo einst 200 Schiffe der Wikinger die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten und wo einst die Cutty Sark, eines der bekanntesten Schiffe der Welt (ankert jetzt in Greenwich) gebaut wurde, liegen einige gesunkene Boote und Schiffe auf Grund, die mir geeignete Fotomotive waren.
Zum Fußball: Der Wettbewerb, in dem heute gespielt wurde, trägt den schrecklichen Namen KDM Evolution Trophy. Keine Ahnung, welchen Stellenwert dieser Pokal hat (an dem Mannschaften von Level 2 bis 4 teilnehmen, soweit ich das kapiert habe). Die Stimmung war mau. Einerseits lockte das Match keine 500 Zuschauer an, anderer-seits war bestimmt die Hälfte der auf der Tribüne Anwesenden aus Airdrie angereist. Für sie hat sich das Kommen jedenfalls gelohnt, für mich irgendwie auch.
ScotRail-Route Tag 1:
Haymarket -> Edinburgh Waverley -> Glasgow Queen Street -> DUMBARTON EAST -> Haymarket
2. Tag
1x Ü im Hostel Sandras Backpackers, Thurso im Dorm zu 34 EUR
Am zweiten Tag ging für mich die ScotRail-Tour richtig los: 8 h Zugfahrt von Edinburgh immer nordwärts nach Thurso. Der einzige kleine Haken an dem Rail-Pass ist der, daß man ihn Mo - Fr in den Ballungsgebieten erst ab 9:15 Uhr nutzen kann. So kam für mich die Verbindung 6:40 h ab Haymarket -> 14:24 h an Thurso nicht in Frage und ich mußte 9:43 h ab Haymarket -> 17:50 h an Thurso nehmen. Beim Checken der Verbindungen hatten bei mir schon am Vortag Meldungen für erhöhten Blutdruck gesorgt, daß es zwischen Inverness und Thurso, der Far North Line, wo täglich nur jeweils drei Züge in beide Richtungen fahren, Disruptions gab und der Zugverkehr mitten auf der Strecke endete. Ich fuhr einfach mal los, blieb mir eh nichts anderes übrig.
ScotRail-Route Tag 2: Haymarket -> Perth -> Inverness -> THURSO
Der Eisenbahn-Gott war heute gnädig mit mir und so waren die Disruptions zwischenzeitlich behoben und mein geplanter Zug rollte mit mir, zwar leicht verspätet, bis Thurso durch.
Hier wollte ich zum Saisonstart der North Caledonian Football League dem berühmten Caithness Derby zwischen dem Thurso FC u Halkirk United beiwohnen. Der Plan: 2 h nach der Ankunft in Thurso im 100 m vom Hostel entfernten Sir Georges Park aufkreuzen. Die Realität: 45 min nach Ankunft in Thurso (Zugverspätung und Vorverlegung der Anstoßzeit) wurde im 10 km entfernten Ham Park in Dunnet angepfiffen. Bullsh*t!
Das Thurso nicht im heimischen Stadion vor Ort spielen würde, war mir schon kurz nach der Abfahrt in Edinburgh aufgefallen. Auf meine Anfrage erklärte mir der Admin des web-Auftritts des Thurso FC (der allerdings nicht vor Ort lebt, sondern von Edinburgh aus arbeitete), es hätte zwar im Sir George's Park in Thurso gestern noch ein Jugend-Pokalfinale stattgefunden, aber nun brauche der Platz eine Pause, die Drainage sei nicht OK... Tatsächlich rief der Club Tage später Freiwillige zu einer Aktion auf, um auf dem Rasen Steine einzusammeln.
Mein Zeitfenster, um von Thurso zum Spiel zu gelangen, war denkbar knapp, zumal ich vorher noch unbedingt im Hostel einchecken mußte, um nachts nicht auf der Straße zu stehen. Ich quälte google maps, aber es gab keine Busverbindung mehr nach Dunnet. Thurso hat weniger als 8 000 Einwohner und ist eben ein Kaff. An die Reservierung eines Taxis hatte ich auch schon gedacht, aber weil nicht sicher war, daß ich wegen der Disruptions wirklich in Thurso ankommen würde, hatte ich darauf verzichtet. Nun wollte ich direkt ein Taxi kapern und ganz zufällig hielt auch eines vor dem Hostel. Die Fahrerin aber lachte und meinte, ein Taxi müsse man hier vorbestellen. Sie sei im Moment ausgebucht. Ganz zufällig (echt wahr!) hing außen am Hostel eine Liste aller Taxi-Unternehmen der Gegend. Ich klingelte alle an, aber kein Schw**n nahm ab. Irgendwann um 18:50 h wurde mir klar, daß der Groundhopping-Gott heute ein A*sch war und ich Spiel und Ground knicken mußte.
Und falls jetzt einer, der das hier mitliest, meint, ich hätte ja auch in Inverness aussteigen können, um dort das Spiel von Inverness Caledonian Thistle zu gucken: Nein, das wäre nicht möglich gewesen! Warum? Weil in Inverness (wie auch sonst überall in den Highlands) keine Hostelbetten mehr frei waren (und wohl auch kurzfristig nie frei sind). Alternativen in Hotels o.ä. hätten mit 200 GBP oder mehr zu Buche geschlagen. Ein Wahnsinn! Und außerdem hätte ich sonst die Bahnstrecke Inverness -> Thurso verpasst. Ging gar nicht!
Statt Fußballgucken latschte ich also zum Thurso Beach, genehmigte mir einen Blick auf Scrabster und schob wenig später in der Hostelküche ein indisches Fertigericht in die Mikrowelle. Viele viele weitere sollten in den nächsten Tagen folgen :-). Ich liebe GB wegen seiner indischen Fertiggerichte, echt wahr!
3. Tag
2x Ü im Student Hotel in Inverness im Dorm zu je 35 EUR
Kurz nach 6 Uhr morgens stand ich wieder am Gleis, um auf den ersten Zug von Thurso zurück nach Inverness zu warten.
ScotRail-Route Tag 3: Thurso -> INVERNESS
Gegen Mittag Ankunft in Inverness, Rucksack im Hostel abgestellt und mit dem nächsten Bus in etwa 20 min nach Drumnadrochit gefahren. Das Dorf ist schrecklich touristisch, aber nun mal Anlaufstelle No. 1 für Leute, die Loch Ness sehen wollen. Loch Ness hat zwar ein endlos lange Ufer, aber die sind fast überall bewaldet und nicht zugänglich. So konzentrieren sich die Touristenmassen auf die wenigen Ortschaften, von wo aus man an den See erreichen kann. Doch selbst Travel Hub Drumnadrochit selbst liegt nicht direkt am Loch Ness. Von dort aus muß man an erst noch etwa 2 Meilen (in Richtung Urquhart Castle) laufen. Gesagt, getan.
Die Burgruine Urquhart Castle ist nicht sehr spektakulär und nur im Rahmen eines Museumsbesuchs zu besichtigen. Hab ich gemacht, hatte ja Zeit. In Loch Ness soll sich (aufgrund seiner Tiefe) soviel Süßwasser befinden, wie in allen Flüssen und Seen von England und Wales zusammen. Mir hat es dort gefallen.
Zurück in Inverness nutzte ich die Zeit zum Abend mit dem Besuch des berühmten (weil riesig) Second Hand Buchladens Leakey's, besuchte in der Nähe den alten Friedhof und lief am Inverness Castle vorbei zurück zum Hostel.
4. Tag
Die gut zweieinhalbstündige Zugfahrt auf der Strecke Inverness -> Kyle of Lochalsh (zwischen Dingwall und Kyle of Lochalsh heißt die überwiegend einspurige Strecke The Kyle of Lochalsh Line) gilt als eine der schönsten Bahnstrecken der Welt, was das Panorama betrifft. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, und diese wurden nicht enttäuscht: Wälder, Seen, Flüsse, Berge usw. vom Feinsten zogen an meinem Zugfenster vorbei. Irgendwann war ich wohl so tief in die Natur eingetaucht und gedanklich abgedriftet, daß ich richtig erschrak, als bei der Standard-Durchsage "If you see something that doesn’t look right, speak to staff or text British Transport Police ...." das Wort "British" fiel. British? Verdammt ja, ich bin tatsächlich immer noch in Großbritannien, in dem selben Land, in dem es auch Glasgow, Manchester und London gibt... Diese Städte lagen jetzt Welten entfernt von dieser Bahnstrecke. Es dauerte einige Augenblicke, bis ich wieder in der Realität angekommen war.
Der Bahnhof Kyle of Lochalsh wurde von mir wegen seiner einmaligen Lage sofort zu meinem neuen Lieblingsbahnhof erklärt, sollte diesen Titel aber nicht lange behalten. Von hier aus reisen wohl die meisten Touris weiter auf die Insel Skye. Ich hatte jedoch ein anderes Ziel, nämlich das wohl ziemlich bekannte Eilean Donan Castle. Die Busfahrt dorthin dauerte keine 20 min.
Ich behaupte mal, daß das Schloß auf den allermeisten Postkarten zu sehen ist, die aus Schottland verschickt werden. Es ist auch hier die besonders idyllische Lage, die einen direkt verzaubert, sobald man vor Ort ist. Ich hatte etwa drei Stunden Aufenthalt, in denen ich das Schloß inkl. Museum auf der kleinen Insel besichtigte und anschließend etwas den gegenüberliegenden Berg hinauf lief, um von der Aussichtsstelle noch ein paar schöne Fotos (s.u.) zu machen.
ScotRail-Route Tag 4: Inverness -> KYLE OF LOCHALSH -> Inverness
5. Tag
Inverness -> Fort William mit Scottish Citylink (Bus) zu 2 GBP, 2x Ü im Hostel Chase The Wild Goose, Banavie im Dorm zu je 44 EUR
Am fünften Tage mußte das ScotRail-Ticket ruhen, denn mein nächstes Ziel, das ca. 90 km entfernte Fort William mußte ich schon gegen Mittag erreichen. So tauschte ich die Bahn gegen den Bus. Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden und kostete läppische 2 GBP. Mit der Bahn hätte man einen riesigen Umweg fahren müssen und die Reisezeit hätte, je nach Verbinung, 8 bis 13 Stunden gedauert.
15.8.26 * Fort William FC - Clachnacuddin FC Reserves 4:2 * 13 Uhr * North Caledonian Football League * Claggan Park, Fort William, Schottland * Eintritt: 5 GBP * Zuschauer: ca 60
Wenn ich es eilig habe, kann es eigentlich nur wegen Fußball sein. So auch an diesem Samstag. Nach meiner Ankunft in Fort William, wo es so hektisch abging, als wäre es gerade Heiligabend, gönnte ich mir erst einen Kaffee und latschte dann mit vollem Gepäck (zwei Rucksäcke, groß & klein) vom Busbahnhof zu Ground des Fort William Football Club. Nach der Pleite in Thurso war ich natürlich überglücklich, als ich beim Näherkommen erste Anzeichen von Betriebsamkeit auf dem Platz feststellte. Noch ein Spielausfall, aus welchem Grund auch immer, hätte ich nicht verkraftet.
Am Eingang wurde man als Deutscher enttarnt und herzlich begrüßt. Der Platz hat ein einmaliges Panorama, was aber immer wieder von Nebel verdeckt wurde. Durch den heftigen Wind ändert sich die Szenerie fast jede halbe Minute: Sonnenschein, bedeckter Himmel, etwas Regen, Sonne usw. Der Ben Nevis im Hintergrund zeigte sich überhaupt nicht. Das Spiel war unterhaltsam und ich hatte viel Spaß dabei, möglichst viele Fotos zu machen.
Mein Hostel befand sich nicht direkt in Fort William, sondern etwas abseits im Örtchen Banavie. Weil ich dort erst um 17 Uhr einchecken konnte, war ich dazu verdammt, noch eine gute Stunde anderweitig herumzulaufen. Mit schwerem Gepäck, wohl gemerkt. Ich hatte irgendwo etwas von einem gestrandeten Schiffswrack aufgeschnappt, das sich "ganz in der Nähe" befinden sollte. Das weckte meine Neugierde und mobilisierte meine Kräfte, um dorthin zu pilgern. Es hat sich tatsächlich gelohnt. Nicht nur wegen dem schön vergammelten Fischerboot, sondern auch wegen der tollen Landschaft.
Auf dem Rückweg zum Hostel kam ich am Bahnhof Corpach vorbei und, man mag es kaum glauben, genau in dem Moment kam ein Zug aus Mallaig eingefahren. Das ist insofern kurios, weil aus dieser Richtung hier täglich höchstens viermal ein Zug ankommt. Ich also reingesprungen und die Schaffnerin davon überzeugt, daß sie eine gute Tat vollbringen würde, wenn sie mich die eine Station bis Banavie umsonst mitfahren ließe :-). So mußte ich auch am fünften Tage auf eine ScotRail-Fahrt (Dauer: 5 min) nicht verzichten.
6. Tag
Um das Glenfinnan Viadukt, wie die in einer Kurve liegende Eisenbahnbrücke nahe der Bahnstation Glenfinnan heißt, gibt es seit den Harry Potter-Filmen einen richtigen Hype. Es ist wohl so, daß zumindest in einer (evt. in mehreren) Szene(n) eine Zugfahrt über eben diese Brücke in den Movies vorkommt. OK, das Bauwerk ist spektakulär, aber dennoch finde ich es übertrieben, daß jedesmal, wenn ein (Dampf-)Zug über die Brücke rauscht, sich vorher hunderte, wenn nicht gar tausende Besucher hinter der Brücke an einen Hang kleben, um das Dampf- oder Diesel-Ross abzulichten. Ich selbst nutzte die Gelegenheit, um während dieser Zeit den jetzt menschenleeren Weg von der Brücke zur Bahnstation, den sogenannten ca. 4 km langen Glenfinnan Trail, zügig zurückzulegen. Das war dringend notwendig, denn sonntags fährt ScotRail diese Strecke nur einmal. Nass geschwitzt und erschöpft kam ich gerade noch pünktlich, um nicht nur meinen Zug (nach Fort William) zu erwischen, sondern auch dem einfahrenden Dampfzug aus der anderen Richtung zuzuschauen. Der Jacobite-Touristen-Zug mit Dampf kostet etwa 3x soviel, wie eine normale Fahrt...
ScotRail-Route Tag 5: Glenfinnan -> FORT WILLIAM
An mir ist wahrlich kein Bergwanderer verloren gegangen. Das Hobby spare ich mir auf für mein nächstes Leben auf. Aber seit über einem Jahr verfolge ich auf Facebook interessiert der Gruppe "I am bagging the Munros". Das ist wie Groundhopping, nur das man eben auf sogenannte Munros steigt. Wikipedia klärt auf: Als Munros werden schottische Berge bezeichnet, die eine Höhe von mindestens 3.000 Fuß (914,4 Meter) besitzen und eine gewisse eigenständige Topografie aufweisen. Davon gibt es insgesamt 282 Stück. Benannt sind sie nach Sir Hugh Munro, der im Jahr 1891 die erste offizielle Liste („Tables of the 3000 ft Mountains of Scotland“) für den Scottish Mountaineering Club erstellte. Und in eben dieser Gruppe posten die Menschen Bilder von ihren erfolgreichen oder auch nicht erfolgreichen Touren. Eine phänomenal grandiose Bergwelt ist fast immer zu sehen. Es gibt natürlich Leute, die alle 282 Munros geschafft haben. Respekt!!! Was sind dagegen schon 600 Grounds???
Der höchste Munro ist der vorhin schon erwähnte Ben Nevis hinter dem Stadion des Fort William Football Clubs. Er ist mit seinen 1.345 Metern auch gleichzeitig der höchste Berg des UKs. Im Vergleich zu den Alpen sind die Höhen der Munros eher niedrig, was aber dazu führt, daß Besteigungen oft unterschätzt werden. Meist sind es schlecht vorbereitete Wanderer, die von einem Wetterumschwung oder starkem Nebel überrascht werden und dann mehr oder weniger feststecken. Passiert regelmäßig. Beim Ben Nevis ist die Schwierigkeit die, daß sich der Gipfel auf einem steinigen weglosen Plateau befindet. Im Nebel finden wohl nur noch Profis die richtige Route nach unten.
All diese Sorgen, was den Nebel usw. betrifft, hatte ich an diesem Tag nicht. Denn daß ich es bei meiner miesen körperlichen Konstitution auf den Ben Nevis (oder auch irgendeinen anderen Munro) schaffen würde, war absolut ausgeschlossen. Aber der Berg schien mich zu rufen! Ich war irre neugierig und wollte zumindest den Beginn des Weges einmal sehen, auf dem sich die Wanderer tagtäglich gen Gipfel quälen. Mir taten die Füße schon vom Glenfinnan-Trail weh und das wurde auch nach der 2 km-Wanderung vom Bahnhof Fort William bis zum Ben Nevis Visitor Centre nicht besser. Unterwegs kamen mir viele mehr oder weniger erschöpfte, aber glückliche Menschen entgegen, die es bis oben geschafft oder es zumindest versucht hatten.
Ich schaffte es natürlich nicht einmal bis zur ersten Kehre (ich überlasse es den Insidern einzuschätzen, wie weit das war :-) ), aber das war für mich völlig OK. Schließlich hatte ich noch den ganzen Rückweg vor mir. Aber bevor ich den in Angriff nahm, setzte ich mich neben dem Weg auf einen Felsen und genoß die Landschaft. Ben Nevis, ich bin sicher, wir sehen uns wieder!!!
Fortsetzung -> Schottland 2026 2


















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