"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]










14.5.22 * Bonner SC - Rot-Weiß Oberhausen   1:5 * 14:00 Uhr * Regionalliga West * Stadion Pennenfeld, Bonn * Eintritt: 15 EUR * Zuschauer: 523 * Anreise im ÖPVN zu 26,70 EUR

Den Tag dazu genutzt, einige LOST GROUNDS zu spotten. Nix spektakuläres dabei. Das letzte Spiel des Bonner SC im Ausweichquartier Pennenfeld wurde auch gleichzeitig deren letztes Spiel in der Regionalliga West. Besucherzahl enttäuschend. Zufällig auch im Stadion Chris mit Sohn Des aus Hasselt, Belgien. So hatte man in der zweiten Hälfte was zu quatschen.

LOST GROUND Sportplatz an der Shell-Raffinierie, Köln


Sportpark Nord, Bonn




Stadion Pennenfeld, Bonn







24.4.22 * SV Refrath/Frankenforst - VfR Wipperfürth   1:1 * 15:15 Uhr * Kreisliga A, Berg * Sportplatz Steinbreche, Bergisch Gladbach * Eintritt: 4 EUR * Zuschauer: 60 * Anreise: mit dem Fahrrad (20 min)





Hamm (Westf) Hbf


18.4.22 * VfB Oldenburg - VfB Lübeck * 15 Uhr * Regionalliga Nord Aufstiegsrunde * Marschwegstadion, Oldenburg * Eintritt: 16 EUR * An- und Abreise mit der Bahn zu 42 EUR (Quer durchs Land Ticket) plus 6 EUR Fahrradbeförderung

18.4.22 * VfB Speldorf -FC  Blau-Gelb Überruhr   2:7 * 15 Uhr * Landesliga Niederrhein, Gruppe 3 * Sportplatz an der Saarner Straße, Mülheim/Ruhr * Eintritt: 6 EUR * Zuschauer: 150

Plan war, in Nahverkehrszügen zum Spiel nach Oldenburg in Oldenburg zu railen und dort (wie auch zuvor auf dem Hinweg in Hamm/Westfalen) ein paar LOST GROUNDS abzuklappern. Mit dabei mein Fahrrad, Helm, Rucksack, Spiegelreflexkamera, Reiselektüre, Powerbank, Eintrittskarte, Cap als Sonnenschutz usw. Start war schon morgens um 4 Uhr - carpe diem! Üblicherweise setze ich mich im Zug auf einen Gangplatz und lege meinen Rucksack, Jacke usw. auf den Fensterplatz. Dann kann ich mich schlafend über die Sachen legen und diese so weitgehend vor fremdem Zugriff schützen.

An diesem Morgen war der RE 1 ab Köln-Mülheim in Richtung Hamm/Westfalen ziemlich voll und ich erwischte nur einen Einzelsitz im Abteil für Rollstühle. Mein Fahrrad konnte ich mit dem Schloß befestigen, meinen Rucksack mußte ich jedoch vor mir auf den Boden stellen. Warum ich das ganze so im Detail erzähle, dürfte klar sein. Irgendwo zwischen Dortmund Hbf und Kamen-Methler (vermutlich in Dortmund-Kurl) hat sich jemand Unbekanntes den Rucksack gegriffen, ohne das der eingenickte Eigentümer reagieren konnte. Somit gingen die oben kursiv aufgelisteten Sachen flöten... Bullshit! So was ist mir absolut noch NIE passiert. Irgendwie auch selber Schuld.

Kurz vor Hamm/Westfalen informierte ich den Zugleiter über den Diebstahl und am Zielbahnhof wurde ich von zwei Beamten der Bahnpolizei erwartet. Die nahmen meine Aussage auf, machten Fotos vom Tatort und später auf der Wache auch von mir. Man würde die Kamera-Aufnahmen im Zug auswerten. Es sei davon auszugehen, daß hier kriminelle Banden am Werk gewesen wären. Na ja, die Strafanzeige ist raus, aber Hoffnung, den (zum Teil alten) Kram wiederzusehen, mache ich mir natürlich nicht.


LOST GROUND Glückauf-Stadion, Hamm/Westfalen


Da ich mein Fahrrad noch hatte und das Handy noch nicht ganz leer war, ging es nun doch - wie geplant - zum Groundspotting durch Hamm/Westfalen. Als ich nach etwa zwei Stunden wieder am Bahnhof ankam, war dieser (auf unbestimmte Zeit wegen herrenloser Taschen) gesperrt. Oh Mann....! Spätestens jetzt war Oldenburg in Oldenburg für mich gelaufen. Etwa anderthalb Stunden hing ich in Hamm/Westfalen ab, was an diesem Ostermontag wie ausgestorben war, bevor man wieder in den Bahnhof rein durfte. Statt Oldenburg in Oldenburg suchte ich mir irgendwas sinnloses im Ruhrpott aus. Meine Wahl fiel auf Speldorf. Hätte auch jedes x-beliebige andere Spiel sein können.

Camera Obscura am Radschnellweg





An der Saarner Straße spielt der VfB Speldorf auf Kunstrasen. Nettes, belebtes Vereinsheim mit Gastronomie. Bei dem match ging es um nichts mehr: Überruhr stand nach der Niederlage im letzen Spiel als Absteiger fest und Speldorf war Sechster in der Tabelle, ohne Ambitionen nach oben. Erwartet wurde ein lockerer Heimsieg der Mülheimer, doch Überruhr sorgte für eine kleine Sensation. Jeder Schuß auf das Tor der desolaten Mülheimer war ein Treffer. Und die Essener taten das gleich sieben Mal. Wahnsinn. Für Überruhr war das in 22 Spielen erst der zweite Sieg überhaupt. Und was für einer! Toller Kick, der aber den insgesamt beschissenen Tag nicht retten konnte.


Sportplatz Saarner Straße. Mülheim/Ruhr




9.4.22 * TSV 1860 Rosenheim - SpVgg Unterhaching   1:3 * Regionalliga Bayern (4. Liga) * Jahnstadion, Rosenheim * Eintritt: 13 EUR * Zuschauer: 356

Bin mit Nachwuchs Martin und Marie auf dem Weg zu einer Woche Wandern nach Berchtesgaden. Es sind ja Osterferien. Um die fast neunstündige Anreise per Bahn etwas zu entzerren, plane ich freitags eine Übernachtung in Augsburg ein. Augsburger Puppenkiste interessieren die Kinder, evt noch die Fuggerei. Als diese schon eindösen, fällt mir auf, daß das Museum der Puppenkiste erst um 12 Uhr mittags öffnet. Dann kämen wir nicht mehr rechtzeitig zum Abendessen in die Jugendherberge. Alternativprogramm? Mal Futbology-App geschau. Oh, TSV 18xx Rosenheim um 14 Uhr passt haargenau. Demokratisch fragt das Familienoberhaupt, ob den Kleinen morgen der Sinn nach einem Fußballspiel steht. Martin schreit freudig "Ja, Rosenheim-Cops", während Marie längst schläft. Gebongt! Wer hätte geahnt, daß mir diese nervige TV-Serie mal einen Ground beschert.

Fast wäre die Sache noch in die Hose gegangen: Als wir mittags in Augsburg Hbf in Richtung München losfahren wollen, haben hunderte Fußballfans die gleiche Idee (Augsburg spielt beim ruhmreichen FC Bayern). Entsprechend voll ist der Zug. Noch bevor es losgeht, wird eine Notbremse gezogen. Die Durchsage, es sei auf dieser Fahrt kein Alkohol erlaubt, amüsiert die meisten, bierflaschenhaltenden Schlachtenbummler. Polizei tummelt sich am Bahnsteig. Irgendwann eine weitere Durchsage "Wegen randalierender Fußballer (!) verzögert sich unsere Abfahrt....!" (O-Ton Deutsche Bahn). Kurz vor München-Pasing die dritte Durchsage: "Stopp an einer S-Bahn-Station wegen eines Notfalls erforderlich". Der Notfall sind natürlich Fußball-Rabauken. Der Hopper-Gott hat irgendwann ein Einsehen und wir schaffen es doch noch gerade pünktlich zum Anpfiff ins Jahnstadion nach Rosenheim.

Es ist Maries allererster Stadionbesuch überhaupt und sie hat Spaß daran. Und das, obwohl die Salami-Pizza bei ihrem Geschmackstest durchfällt. Aber ich mache mir keine Illusion: Einen Fußballfan heranzuzüchten, wird mir nicht gelingen.

Und sonst? Corona-Masken brauchte es nicht mehr. Anhänger von Haching in der Mehrzahl, Stimmung OK. Tabellenletzter Rosenheim konnte zwar früh in Führung gehen, aber die erwartbare Niederlage gab es trotzdem. Jahnstadion gegen Augsburger Puppenkiste war ein guter Tausch.










2.4.22 * U19: SC Freiburg - 1. FC Heidenheim * 11 Uhr * U19 Junioren Bundesliga * Mösle-Stadion, Freiburg * An- und Abreise mit der Bahn zu 59,80 EUR

2.4.22 * SC Freiburg - Bayern München * 15:30 Uhr * Bundesliga * Europa-Park Stadion, Freiburg * Eintritt: 15 EUR

Tickets für Auswärtsspiele des ruhmreichen FC Bayerns sind mir in letzter Zeit fast gar nicht mehr zugeteilt worden. Umso größer war die Freude, diesmal in Freiburg berücksichtigt worden zu sein. Erstes Bayern-Spiel seit über 2 Jahren und dann noch in einem neuen Ground! Wurde nix draus...!

Rechtzeitig eine Woche vor dem Spiel fing man sich erstmals das in der Familie schon seit Tagen kursierende Corona-Virus ein. Nach 8 Tagen in Quartantäne und in der Hoffnung, sich noch rechtzeitig freitesten zu können, fuhr man morgens um 5:00 Uhr zum Kölner Flughafen. Um 5:19 Uhr das überraschende Ergebnis:  Tatsächlich immer noch positiv! Kacke! Natürlich oberste Bürgerpflicht, direkt nach Hause zu fahren, um weiter die Quarantäne einzuhalten. Freiburg adieu!