"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]

zum Fußball 2019 (1)

 


30.5.19 * 1. CfR Pforzheim - SSV Reutlingen   x:x * 15:00 Uhr * Oberliga Baden-Württemberg * Stadion Holzhof, Pforzheim * Zuschauer: xxx * Eintritt: xxx * An- und Abreise: mit der Bahn zu 55,30 EUR *

Das letzte Saisonspiel beider Teams hatte man ins Auge gefaßt, um den 99 Jahre alten Pforzheimer Holzhof kurz vor seinem Ende noch kreuzen zu können. Analog zu Karlsruhe und Daxlanden wurde auch in Pforzheim nix draus. Nachdem ich mein Bahnticket mit Zugbindung schon gekauft hatte, wurde der Kick vom Vatertag einfach um fünf Tage vorverlegt. Baden scheint für mich verflucht zu sein, was das Hoppen vom Abriß bedrohter Grounds im Jahre 2019 betrifft. Natürlich fuhr ich trotzdem hin, statt Hopping eben nur Spotting. Mein persönlicher Groundzähler blieb bei 499 stehen.



 





25.5.19 * RB Leipzig - Bayern München   1:4 * 20:00 Uhr * DFB-Pokalfinale * Olympiastadion, Berlin * Zuschauer: 74 322 * Eintritt: 2x 90 EUR (Kat. 3) * An- und Abreise: mit der Bahn zu 69,90 EUR (Maxdome-Ticket) * ÜF im Hotel B1 in Berlin-Kaulsdorf zu 63 EUR

Die Schlüsselszene unseres Fußball-Wochenendes ereignet sich kurz nach der Halbzeit: Ich komme, bewaffnet mit Fanta und Popcorn, von draußen zurück zu den Sitzplätzen, öffne die Popcorn-Tüte und wundere mich, daß mir diese nicht sofort aus der Hand gerissen wird. "Martin, magst Du Popcorn?" "Papa! Nein! Ich gucke Fußball...!" Innerlich mache ich die Becker-Faust. Yeah, Erziehungssauftrag erfüllt! Es wird für uns beide ein richtiges Fest! :-)

Ausrüstung des kleinen Großen.


Parkeisenbahn in der Wuhlheide








Hotel B1, Kaulsdorf


Liebste Morgenlektüre!


11.5.19 * SC Preußen Münster - Karlsruher SC   1:4 * 13:30 Uhr * 2. Liga * Preußenstadion, Münster * Zuschauer: 9 745 * Eintritt: 2x 23 EUR (Sitzplatz Tribüne) * An- und Abreise: mit der Bahn zu 32,80 EUR *

Das nun schon fast traditionelle westfälische Vater-Sohn-Treffen mit Fußballspiel und anschließendem Restaurantbesuch fand diesmal in Münster statt. So war nach 27 Jahren ein Revisit an der Hammer Straße drin. Oh Schande, ich muß gestehen, daß mir vorher nicht klar war, daß der KSC hier und heute den Aufstieg klarmache konnte. Aber so eine Party mit etwa 3 000 Badener nahmen wir gerne mit. In der Reihe vor uns supporteten vier Ladies. Ich tippte auf Spielerfrauen und sollte Recht behalten. Der Platzsturm entsprach dem, wie er in diesen Tagen saisonbedingt in Europa dutzendweise stattfand.

Ein Freund von Burgern werde ich wohl nicht mehr werden, aber die Rote-Bete-Falafel war Klasse.

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Tribüne am Kilia-Platz


5.5.19 * Holstein Kiel - MSV Duisburg   0:2 * 13:30 Uhr * 2. Bundesliga * Holstein-Stadion, Kiel * Zuschauer: 12 122 * Eintritt: 14 EUR (Stehplatz) * An- und Abreise: mit der Bahn zu 69,90 EUR (Maxdome-Ticket) *

Das Maxdome-Ticket war ne gute Gelegenheit, spontan einen Weit-weg-Großstadt-Ground zu machen, von dem üblicherweise die Rückfahrt in den stark frequentierten (und daher teuren) Sonntagabend fällt. Regensburg oder Kiel? Das Bauchgefühl entschied sich für Kiel. Kaum zu glauben, daß ich noch nie in Schleswig-Holstein war (außer paar mal durchgefahren).

Fantastisch!


Der Aufenthalt war aufgrund der Zugbindung eng getaktet. Es reichte gerade noch, um vor dem Hauptact eine Runde um den Kilia-Platz zu drehen. Was für eine Perle! Ein asbach-uraltes Portal (das leider nicht mehr genutzt wird) und dazu eine schmucke Tribüne mit alten Holzbänken, die gerade renoviert wird. Sehr geil! Dagegen die gegenüberliegende Stahlrohrtribüne der blanke Horror!

Minga Oida, auch in Kiel!


Stahlrohr ist Horrohr!



Gäste.
Im Geschmackstest durchgefallen.

Wie das Leben so spielt, fand ich mich später im Holstein-Stadion auch auf einer Stahlrohr-Tribüne wieder, mitten unter Kieler Sprotten. Der Ground und das ganze Drumherum gefiel mir gar nicht. Sehr unharmonisch. Die gerade fertiggestellte Osttribüne ist ein langweiliger 08/15-Kasten. Wage sehr zu bezweifeln, daß sich das Ambiente nach Fertigstellung sämtlicher Baumaßnahmen noch verbessert. Die geschmacklose Currywurst wurde in einem Becher (mit Minibrötchen) serviert, in dem ich üblicherweise Stracciatella mit Sahne erwartet hätte. Na ja...   Sportlich ging es für Holstein um nix und die Meidericher mußten gewinnen, um zumindest ihre theoretische Minimal-Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Stimmung war, dem Resultat entsprechend, geht so. Einmal stimmten die Kieler Ultras was mit "Duisburg Hu***söhne" an, was der Stadionsprecher mit "Fällt Euch nix besseres ein...?" kommentierte, worauf das ganze Stadion applaudierte. Der Holsteiner hat scheinbar Anstand - es sei denn, er ist Ultra!




19.4.19 * York City FC - Spennymoor Town FC   2:3  * 15:00 Uhr * National League North (6. Liga) * Bootham Crescent, York * Zuschauer: 2 871 * Eintritt: 17 GBP *  An- und Abreise: CGN -> MAN und retour mit Ryanair zu 53,78 EUR, Manchester Airport -> York via Huddersfield und zurück mit der Bahn zu 66,90 GBP, Taxi-Rundfahrt in Huddersfield zu 17 GBP * 1x Ü im Hotel Trivelles, Manchester (Selford Crescent) zu 50 EUR ./. 15 EUR Aktionsrabatt *

Bahnhof Huddersfield
St. John´s Stadium, Huddersfield


24 Stunden England, alles nur für Bootham Crescent.

Nach der Landung in Manchester machte ich auf dem Weg nach York einen kurzen Zwischenstop in Huddersfield. Im Herbst 1992 hatte ich mal das Auswärtsspiel von Huddersfield Town im League Cup bei den Blackburn Rovers gesehen, wo die Gäste als Viertligist nach einem Klassespiel nur 3:4 n.V. unterlegen waren. Drei Tage zuvor noch hatte Blackburn den späteren Liga-Dritten Norwich City sensationell mit 7:1 abgefertigt - in der Premier League, versteht sich! Vor allem ist mir der Schlachtruf der Terriers "Alan Shearer* is a w...ker, is a w...ker!" in Erinnerung geblieben, warum auch immer?! Heute spielen beide Clubs unter umgekehrten Vorzeichen...

Am Flughafen in Manchester hatte mich zuvor eine Werbung daran erinnert, daß ich irgendwann mal Mumbai ansteuern wollte/sollte. Am Taxi-Stand von Huddersfield bekam ich dann mein Indien-Erlebnis für diesen Tag: Einem älteren Herrn mit langem Bart und Dastar (indischer "Turban") legte ich meine google map-Ausdrucke vor und erklärte, daß ich mit ihm eine kleine Stadtrundfahrt vorhätte. Ein anderer Taxifahrer kam zur Hilfe und bestätigte mir vertrauensvoll, daß er sich auskenne. Konnte nix mehr schiefgehen.

[*Topscorer bei Blackburn und mit 260 Toren Rekordhalter der Premier League]


LOST GROUND Leeds Road, Huddersfield

 

LOST GROUND Fartown Ground, Huddersfield

 

Erste Station: Das St. John´s Stadium, wo Huddersfield Town derzeit kickt. Beeindruckte mich nicht. Zweite Station: Der Parkplatz vor B&Q an der Leeds Road, wo sich von 1908 bis 1994 die Heimat der Blau-Weißen befand. Nach der irgendwo eingelassenen Gedenk-Plakette zu suchen, fehlte mir die Zeit bzw. die Kohle. Das Taxameter tickte und der zuvor gefahrene Umweg zum Canalside Sport Complex, den mein Fahrer fälschlicherweise als "Leeds Road" interpretiert hatte, mußte kompensiert werden. Dritte Station: Der Fartown Ground. Hier wird seit jeher Rugby gespielt, aber einmal, nur ein einziges Mal wurde auf dem Platz association football serviert. Na ja, das ist schon 137 Jahre her (Halbfinale im FA-Cup zwischen Blackburn Rovers und Sheffield Wednesday anno 1882), aber reicht meines Erachtens aus, um ihn als Fußballstadion zu werten. Sehr schön waren die zugewucherten Tribünen zu besichtigen, wo sich einst bis zu 35 000 Besucher tummelten. Der Platz ist immer noch in Rugby-Betrieb, aber einen nutzbaren nennenswerten Ausbau gibt es nicht mehr. Auf dem Rückweg erzählte mir mein indischer Fahrer, daß er einst "S-Tutt-Gatt" besucht habe und ließ mich gut gelaunt am Bahnhof wieder raus.

Bahnhofsviertel Huddersfield



Früher Kino oder Theater, heute Shop für Gebrauchtmöbel

 

Open Market Huddersfield

 

York Railway Station

 


 

Minster, York

 

Der Bahnhof von York wußte mich zu begeistern. Very british! Aber auch York selbst mit seiner Stadtmauer, einer kleinen aber feinen Altstadt und dem alles überragenden Minster fand ich klasse und sehr sehenswert.

Das konnte nur noch durch ein Stadion der Extraklasse getoppt werden! Und auch das hat York zu bieten: Bootham Crescent, home of York City Football Club since 1932. Es hatte sich schon seit längerem angekündigt, doch nun wurde es ernst: Die Tage dieses Grounds sind gezählt. Eigentlich sollte heute das vorletzte Spiel sein, doch da das neue Stadion (Communitiy Stadium) nicht rechtzeitig fertig wird, startet York City auch in der Saison 2019/20 zunächst wieder im Bootham Crescent.

Mit dem Begriff "Kult" sollte man vorsichtig umgehen. Doch eines ist sicher: Die kultigste Stadionbestuhlung, die ich jemals erleben durfte, gibt es hier im oberen Bereich des Main Stand! Klappsitze ohne Rückfederung an antiken Halterungen aus Gußeisen mit altersentsprechender Korrosion der Oberflächen und holzwurmstichigen Brettern. Einfach wunderbar! Nicht weniger genial sind die superalten Drehkreuze direkt vor den Aufgängen zum Main Stand.

Das Geschehen: Spennymoor-Anhänger warfen zu Beginn etwas Pyro aus ihrem unüberdachten Gästeblock auf den Rasen. Gegenüber im David-Longhurst-Stand trommelte ein einzelnder minsterman gelegentlich herum. Die ersten drei guten Chancen für York, dennoch Spennymoor technisch versierter... bis vor dem Strafraum. Ab Minute 35 wurde es spannender, beide Teams fighteten. In der 40. Min die Führung für die in Gelb spielenden Gäste. Die Lautsprecheranlage knarrzte dermaßen, daß man die Durchsagen kaum bis gar nicht verstehen konnte.

In der Pause ließ man u.a. Status Quo mit Rocking all over the world durch das Stadion scheppern. Ein strammer Schuß bescherte York in der 2. Hälfte den Ausgleich (51. Min), nur drei Minuten später hatte Spennymoor die Führung nach einer gut hereingegebenen Ecke zurückgeholt. Etwas später das gleiche nochmal: Ausgleich und wieder die Gästeführung, bei der es dann auch blieb. Das reichte für einen tollen Nachmittag, ohne Frage.

 







Man sagt, Melancholie ist das Glücklichsein im Traurigsein. Dafür war Bootham Crescent der richtige Ort. Glücklich, weil man dieses stadion-architektonische Kleinod noch bewundern durfte - jedoch mit der Gewissheit, es nie mehr wieder sehen zu werden. Schnieff...!


10.3.19 * ESG Frankonia Karlsruhe - VfB Grötzingen 2   3:3  * 15:00 Uhr * Kreisklasse C * Frankonia Sportplatz, Karlsruhe * Zuschauer: 8 * Eintritt: nix * An- und Abreise mit der Bahn zu 52,30 EUR *

 


Die Tour nach Karlsruhe sollte ganz unter dem Motto „Lost Grounds“ stehen. Klappte nicht so ganz. Denn schon beim ersten Tagesordnungspunkt gab es Probleme. Kurz vor 11 Uhr kreuzte ich am August-Klingler-Stadion auf, wollte hier SG DJK / FV Daxlanden 3 – TSV Mörsch 2 (Kreisklasse C) gucken. Anwesend waren nur zwei Omas, allerdings in der Stadiongaststätte beim Zwiebelschneiden oder so. Diese bestätigten, was mir schon längst schwante. Spiel abgesagt! KA CK, die Erste!

Der 1958 eröffnete und nach dem Nationalspieler August Klingler benannte Ground wird im Sommer geschlossen und ab 2020/21 einer Wohnbebauung weichen. Denn durch die Fusion von FV und DJK und dem damit verbundenen Umzug des FV in die DJK-Anlagen im Gebiet Fritschlach werden die Anlagen des FV Daxlanden frei. Das unter Denkmalschutz stehende Vereinsheim und die Stadionwälle samt Baumbestand bleiben jedoch erhalten. Fußball wurde hier schon lange vor 1958 gespielt. An gleicher Stelle befand sich das sogenannte „Kleinstadion“ an der Pfalzstraße, eröffnet 1927. August Klingler war übrigens ein talentierter Stürmer, der in den letzten fünf Spielen des Deutschen Reiches zwischen August und November 1942 eingesetzt wurde und dabei sieben Tore erzielte. Zwei Jahre später fiel er an der Ostfront.



TOP 2: LOST GROUND Engländerplatz aufsuchen! Ziemlich im Karlsruher Stadtzentrum liegt an der Moltkestraße der sogenannte Engländerplatz. Fußballhistorisch ein Gelände ersten Ranges! Zuerst wurde hier exerziert, dann Rugby gespielt und dann kam der Fußball. Der Platz ist der Geburtsort des Karlsruher Fußballs, auf dem alle Karlsruher Fußballvereine in den Anfangsjahren des Fußballs spielten. 1889 gründete Walther Bensemann (der 1920 auch die Zeitschrift „Kicker“ ins Leben rief) den International Footballclub, bei dem auch einige Engländer kickten. Aus dem Verein wurde später der Karlsruher FV, der Deutsche Meister von 1910. Auf dem Engländerplatz fand am 28. November 1899 gegen England eines der sieben so genannten Ur-Länderspiele vor der Gründung des Deutschen Fußballbundes statt.

TOP 3: LOST GROUND Stadion Honsellstraße aufsuchen! Wo heute am Lameyplatz die Feuerwache steht, wurde 1908 das Stadion des drei Jahre zuvor gegründeten FC Mühlburg (später VfB Mühlburg) eröffnet. Im Krieg 1942 durch britische Bomber völlig zerstört, wurde der auch Mühlburger Stadion genannte Ground bis 1947 wieder aufgebaut und verfügte dann über 30 000 Stehplätze.  Für Zuschauerrekorde sorgten Spiele gegen Bayern München und Waldhof Mannheim (je 25 000). In der Saison 1952/53 fusionierte der VfB Mühlburg mit dem FC Phönix zum Karlsruher SC, woaraufhin der alte Phönix-Platz zum Wildparkstadion umgebaut wurde. Bis dieses fertig war, spielte der KSC seine Heimspiele an der Honsellstraße. Das letzte Freundschafts-(Spiel) dort fand am 25. Juni 1955 gegen Inter Mailand statt. 1959 wurde das Stadion abgerissen. Die Tribüne wurde jedoch nicht zerstört, sondern fand im Albgaustadion im benachbarten Ettlingen ihre neue Heimat. 2008 wurde die Tribüne dort wegen Sicherheitsmängeln gesperrt und erst 2018 abgerissen.



TOP 4: LOST GROUND KFV-Platz an der Telegraphenkaserne aufsuchen! Nur eine Viertelstunde Fußmarsch von der Honsellstraße befand sich bis 2006 das Stadion des Karlsruher FV. Heute in den Niederungen des Amateurfußballs kickend, gehörte der KFV bis zum ersten Weltkrieg zu den führenden Vereinen. Neben der schon erwähnten Deutschen Meisterschaft von 1910 gab es für den KFV 1905 (Finale in Köln im Weidenpescher Park !) und 1912 jeweils die Vizemeisterschaft. Der Ground wurde 1905 eröffnet und erlebte am 4.4.1909 den ersten Sieg einer Deutschen Nationalmannschaft überhaupt (gegen die Schweiz). Im 2. Weltkrieg zerstört, wurde der Platz vom KFV in Eigenregie zu einem 40 000 Zuschauer fassenden Stadion ausgebaut. Zuschauerrekord: 35 000 beim Viertelfinal-Wiederholungsspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Offenbach und Worms. Auch wenn auf einem Teil des ehemaligen Stadiongeländes jetzt ein Altenheim steht, so sind noch deutlich die von der Straße zum Spielfeld abfallenden Ränge, die Spielfläche und sogar Werbeaufschriften auf der Stadionmauer vor der Telegrafenkaserne zu erkennen.



TOP 5: Arbeitersportverein Durlach – SV Langensteinbach (Landesliga) im Turmbergstadion gucken! Nachdem ich schon im letzten Jahr mit meinem kleinen Sohn am leeren Stadion des ASV herumgelaufen bin, wollte ich hier nun mal ein Spiel sehen. Denn auch dieser Ground wird in den nächsten ein, zwei Jahren für Wohnungen Platz machen müssen. Der Rekordbesuch von 12 000 Zuschauern datiert vom Eröffnungsspiel am 17.5.1948 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Fritz Walter schoss vier der fünf Lauterer Tore.

Aber watt iss? Gegen 14:40 Uhr verließen einige Spieler mit ihren Sporttaschen die Kabinen. Ich erfahre, daß das match wegen des herannahenden Sturmtiefs „Eberhard“ abgesagt worden ist. KA CK, die Zweite!



Gerade als ich stinkesauer in der Straba 1 die Durlacher Allee entlang rauschte, verriet mir Fußball.de, daß nicht in ganz Karlsruhe der Ball ruhte. Drei Minuten (!) später stand ich erleichtert und entspannt am Sportplatz der ESG Frankonia. Die Karlsruher hatten die Zwote des VfB Grötzingen zu Gast! Mit mir sahen sieben Leute und ein Hund zu. Die Sturmböen waren ziemlich heftig, schienen das Spielgeschehen aber nicht zu beeinflussen. Grötzingen ging schnell 2:0 in Führung, verdaddelte diese aber, um kurz nach dem Rückstand noch auszugleichen.



Ach ja, LOST GROUND: Auch an der Durlacher Allee soll nicht mehr lange gespielt werden. Die ESG Frankonia (der Verein ist aus der im Jahre 1927 gegründeten Reichsbahn-Sportgemeinschaft Karlsruhe und aus dem 1959 erfolgten Zusammenschluss mit dem im Jahre 1895 gegründeten Karlsruher Fußballclub Frankonia hervorgegangen. Gründungsjahr: 1895.) soll bis 2023 auf dem Kleingartengebiet an der Stuttgarter Straße (am Rangierbahnhof) eine neue Bleibe finden und die vergammelten Bahngebäude aus den 1950er Jahren zurücklassen.




Und weil ich dann noch Zeit hatte, ein kurzer Abstecher zum Wildparkstadion. Hier hatten die Abrissarbeiten an der Nordkurve schon begonnen. Da der Stadionwall aus Bauschutt besteht, ist hier mit Schadstoffen zu rechnen, aber – wie fast überall - auch mit Kampfmitteln. Ob der jetzige Wildpark demnächst als LOST GROUND bezeichnet werden kann, hängt (meiner Meinung nach) davon ab, ob die Spielfläche während der Bauarbeiten für die neue Arena erhalten bleibt – oder eben nicht.



Sturmtief Eberhard wütete vor allem in NRW, weswegen ich auf der Heimreise mit massiv gestörtem Schienenverkehr konfrontiert wurde. Das übliche DB-Chaos, vor allem in Frankfurt/M-Flughafen: Hunderte standen am Info-Stand Schlange, verlässliche Infos gab es keine. Und doch kam ich nur ne halbe Stunde später als geplant zu Hause an. Denn die Bahn hatte mir ne Freifahrt im Taxi von Köln nach Hause spendiert. Geht doch!



 

23.2.19 * VfL Osnabrück - Hallescher FC   2:0 * 14:00 Uhr * 3. Liga * Stadion an der Bremer Brücke, Osnabrück * Zuschauer: 10 134 * Eintritt: 2x 25 EUR * An- und Abreise mit der Bahn zu 24,30 EUR *

Das Sohn Paul nun in Osnabrück studiert, nahm man als Anlaß, nicht nur ihn, sondern nach 26 Jahren auch mal wieder ein Heimspiel des VfL Osnabrück zu besuchen. Der damalige Gegner hieß Blau-Weiß 90 Berlin und meldete 1992 Konkurs an. Die Stimmung in dem tollen Stadion, das wir so schön "Old Skool" per Fußmarsch vom Bahnhof durch Wohngegenden erreichten, war durchgehend super und das Spiel wirklich packend. An der Bremer Brücke gibt es garantiert die hübschesten Bierverkäuferinnen auf den Rängen :-)!

 


 



Protest gegen unangekündigtes Testspiel der Hallenser.


2.2.19 * Bayer Leverkusen - Bayern München   3:1 * 15:30 Uhr * Bundesliga * BayArena, Leverkusen * Zuschauer: 30 210 (ausverkauft) * Eintritt: 32,50 EUR * An- und Abreise mit der Wupsi *

Besuch mit Martin in der BayArena. Wohl endgültig die Meisterschaft verdaddelt?!