"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]

zum Fußball 2017 (3)




Ehemaliger Sportplatz des DJK Adler Oberhausen!


Vom Ground bleibt wohl nur der Name des Platzes!


29.10.17 * DJK Sportfreunde Katernberg - TuRa 1886 Essen   5:0 * 15:00 Uhr * Kreisliga A * Stadion Lindenbruch, Essen * Zuschauer: ca. 100 * Eintritt: 4 EUR * An- und Abreise: mit der Bahn zu 30 EUR *

Vor knapp einem Jahr war ich noch beim Versuch, den Ground am Lindenbruch zu machen, gescheitert: Platz zugefroren. Damals hätten die Sportfreunde Katernberg 1913, für die einst "der Boss" Helmut Rahn eine Saison die Stiefel schnürte, ein Heimspiel gehabt. Heute gibt des den Verein nicht mehr, denn man fusionierte am 24. März 2017 mit der DJK Katernberg zu DJK Sportfreunde Katernberg 13/19.

Irgendwie liebe ich diesen Aschenplatz! Kack auf Kunstrasen! Netter Kick, die neuen Sportfreunde hätten noch höher gewinnen müssen.

Ach ja, als Vorprogramm hatte ich mir den Besuch am John-Lennon-Platz in Oberhausen gegeben. Bis 2013 spielte dort DJK Adler Oberhausen. Wenig spektakulär, aber immerhin ein LOST GROUND. Wobei ich mir jetzt Gedanken mache, ab wann für mich ein ehemaliger Fußballplatz wirklich interessant wird. Der hier, John Lennon wird es mir verzeihen, ist grenzwertig, da es weder einen besonderen Ausbau gab noch je ein überregional bedeutendes Sportereignis hier stattfand. Oder?

Der mir sympathischste Hartplatz Deutschlands!


Verwandelter Elfer zum 2:0!


 

7.10.17 * Färöer Inseln - Lettland   0:0 * 17:00 Uhr * WM-Qualifikation * Tórsvøllur, Tórshavn * Zuschauer: ca. 5 000 * Eintritt: 200 DKK (26,86 EUR) * An- und Abreise: CGN -> CPH und zurück mit Ryanair zu 56 EUR * CPH -> FAE und zurück mit Atlantic Airways zu 1 647 DDK (221,27 EUR) * 4x Bed & Breakfast über AirBnB in Hoyvik zu 192 EUR *

1. Tag

Ankunft freitags um 19:45 Uhr auf dem Flughafen Vágar, gut 1 000 km vom dänischen "Festland" entfernt. Im Terminal ging dermaßen die Post ab, als wolle die halbe Insel heute noch nach Malle jetten - in Wirklichkeit sollte nur ein Flieger nach Barcelona starten.

Um vom Flughafen nach Tórshavn zu gelangen, nahm ich für 90 DKK (12,09 EUR) den blauen Bus. Die 50 km-Strecke führte u.a. durch den mit 4 940 m beeindruckend langen Vágatunnilin, mit dem man den Vestmannasund unterquert. Es gibt noch einen etwas längeren Tunnel zwischen den Inseln und es sind sogar welche von bis zu 22 km Länge geplant. Natürlich war es außerhalb des Tunnels schon so dunkel, daß ich von der Gegend nur noch den Dauerregen mitbekam. Entzückungen ob der schönen Landschaft mußten daher auf den nächsten Tag verschoben werden.

Die Hotelpreise auf den Färöern sind horrend (ab 90 EUR aufwärts) und weil ich keinen Bock auf Gemeinschaftsunterkünfte á la Youth Hostel hatte, probierte ich erstmals die Reservierungsplattform Airbnb aus, die mir bisher nur wegen ihres blöden Namens aufgefallen war. So wurden Durita & Fróði für vier Nächte meine privaten Gastgeber. Sie wohnten in Hoyvik, einem Vorort von Tórshavn. Der Busfahrer hatte nach einer knappen Stunde Fahrtzeit meinen Haltewunsch "Mannbrekka" nicht vergessen und so stand ich bald vor einem zweistöckigen Haus, an dem mir ein Airbnb-Emblem bewies, daß ich hier richtig war. "Wenn wir nicht da sein sollten, geh einfach rein und die Treppe hoch" hatte Durita mir zuvor mitgeteilt. Auf den Inseln würde man keine Haustüren abschließen, auch die Autos nicht. Klar, wo sollte man mit einer geklauten Karre auch hin?

Vorfreude in Kopenhagen.
Zimmer mit grandioser Aussicht.


Durita & Fróði waren bei meiner Ankunft doch zu Hause und so bekam ich nach der Begrüßung eine kurze Orientierung für Zimmer, Haus, Stadt und Land und konnte mich dann zur Nachtruhe begeben.

2. Tag

Am nächsten Morgen mußte ich nach dem Wachwerden sofort die Jalousien nach oben kurbeln und wurde mit einem sensationellen Ausblick auf die See und die Insel Nólsoy belohnt. Und noch besser: Das sich ständig ändernde Wetter (der Wind ließ die Wolken ja nie in Ruhe) sorgte dafür, daß man jede Viertelstunde eine neue Panoramalandschaft vor dem Fenster präsentiert bekam.





Frühstück, im FK-Supermarkt Einkäufe getätigt und dann im roten Bus in die Hauptstadt. Die roten Busse fahren im ganzen Stadtgebiet, man mag es kaum glauben, kostenlos! Samstags zwar nur stündlich und nur bis in den Nachmittag und sonntags gar nicht... aber immerhin!

Gebäude der Landesregierung.
Festung Skansin.


In Tórshavn gibt es keine weiten Fußwege, weswegen diese Siedlung von mir ***** bekommt. Aber nicht nur deswegen: Der geschäftige Hafen mit seinem lärmenden Trockendock, die alten Hüttchen (teilweise mit Grasdach) auf der Landzunge Tinganes (wo die Wikinger einst ihr Thing abhielten), die Festung Skansin oder die nordisch-bunten Häuser, oder.... oder der Garten, in dem Tor und Zaun aus Walfischknochen hergestellt wurden... das alles und noch viel mehr ist superklasse!

Thors Hafen.


Die Magnus Heinason auf dem Trockendock.
Gartenzaun aus Walfischknochen.


Am frühen Nachmittag unternahm ich eine Wanderung am (von Hoyvik aus gesehen) anderen Stadtende von Tórshavn hinaus in das Örtchen Argir. Der an einem Berghang gelegene Ground Inni í Vika trägt jetzt den gesponsorten Namen Skansi Arena und der hier beheimatete Klub Argja Bóltfelag kickt in der zweiten Liga.  Man nahm offensichtlich meinen Besuch zum Anlaß, mit dem Training zu beginnen. Ein Spiel wäre mir lieber gewesen. Fand ich ganz nett dort: Eine gute Tribüne, Schafe und Wasserfälle im Hintergrund und eine grandiose Aussicht auf Tórshavn.

Zurück im roten Bus ins Stadtzentrum und zum Mittagessen in die größte und einzigste Shopping Mall, die diese Bezeichnung auf den Färöer Inseln gerade noch verdient hat: Das SMS. Von dort aus konnte man schon die hinter einem Hügel emporsteigenden Flutlichter des Nationalstadions Tórsvøllur sehen. Also hin da!

Direkt neben dem Tórsvøllur liegt das noch viel interessantere Stadion Gundadalur. Interessant deswegen, weil es auf einer Seite, in gebührendem Abstand, zwei baugleiche Tribünen hat: Eine für die Fans von B36 (Fótbóltfelagið Tórshavn) und die andere für die Anhänger von HB (Havnar Bóltfela). Aber das wirklich Geile sind die Holzbänke auf einer Hintertorseite, die auf einem ansteigenden Hang platziert wurden. Kultverdächtig! Auf dem Kunstrasenplatz begann gerade ein Kick zwischen zwei Jugendmannschaften, weswegen ich kurz (aber nur ganz kurz!) mit dem Gedanken spielte, mir das Spiel in voller Länge anzugucken und dann den Ground noch zu zählen. Doch mein Bauchgefühl ("Näääh! Dat kannste nit maache!") siegte.

Skansi Arena in Argir


Kultverdächtig: Holzbänke im Gundadalur Stadion.


An und in einer "Trinkhalle" sammelten sich die jungen Wilden der Inseln, fast alle in Nationaltrikots, umgehängter Flagge und reichlich Schminke im Gesicht sowie Gerstensaft im Getriebe. Eine Stunde vor Anpfiff war noch nix los gewesen, doch dann entwickelte sich so was wie Festtagsstimmung - obwohl es sportlich um rein gar nichts ging. Und das war es, was mir so sehr gefiel!

Eintrittskarten wurden an diesem Tag offensichtlich nicht verkauft. Jedenfalls nicht an so altertümlichen Einrichtungen wie Kassenhäuschen. Höchstens online, denn alle wedelten am Eingang (mich eingeschlossen) mit DIN A 4-print@home-Tickets herum. Fan-Zubehör gab es lediglich an einem Infostand und auch nur Schals für ziemlich happige 200 DKK (26,87 EUR). Leider alternativlos.


Die jungen Wilden kündigten sich an...


Mal eben auf dem Rad um die Videowand herumdüsen... das geht wohl nur hier!


Koffeinhaltige Heissgetränke zu 15 DKK (2,02 EUR).


Eine Dreiviertelstunde vor Anstoß war ich im Ground. Mir fiel auf, daß alle Sitze gepolstert sind, welch einzigartiger Luxus! Und überdacht ist die Haupttribüne jetzt auch! So stand einem ungetrübten Fußballerlebnis nichts mehr im Wege.

Hatte ich in Kopenhagen noch auf mindestens fünf Dutzend besoffene Letten im Flieger nach Vágar spekuliert (tatsächlich gesichtet: Null), wurde ich hier eines besseren belehrt: Ich schätze, aus Lettland waren nicht mehr als 15 Leutchen im Stadion. Im aktiven Fan-Block der Färinger hatten sich etwa 300 Partyfreaks eingefunden, die permanent eine geile Stimmung zauberten. Mit  5 000 Zuschauern war der Tórsvøllur (Kapazität: 6 040) gut gefüllt!







Sportlich waren die Färöer Inseln längst nicht mehr krasser Außenseiter. Genau vor einem Jahr hatte man 2:0 in Lettland gewonnen und man sollte in der WM-Qualifikation die Gruppe vor den Balten (und Andorra) abschließen. Obwohl es für beide Teams um nichts mehr ging, wollte keiner die Partie verlieren. Die Färinger waren gegen schwache Letten dominierend und erspielten sich mehrere gute Torchancen. Zweimal rettete für die Gäste der Pfosten.

Die Atmosphäre im Stadion war die ganze Spielzeit über großartig. Bei Standardszenen gab es stets das bei der WM 2016 von den Isländern bekannt gemachte "Huh! Huh! Huh!..." und sogar La Ola schaffte ein paar Runden. Der Hopper war zufrieden, denn jetzt fehlen nur noch drei Länderpunkte, bis man die UEFA komplett hat.

Gekämpft bis zum Umfallen... galt für beide Teams.


Nach geschlagener Schlacht auf dem Heimweg...


Der Rückweg vom Stadion nach Hoyvik führte mich durch dunkles Gelände, auf dem zwischen Bächen, Felsen und Tannenwäldchen Enten und Schafe ihr Unwesen trieben. Wohlbehalten erreichte ich das Haus meiner Gastgeber.

Sandavágur: Heimat von Torkil Nielsen, dem Torschützen beim legendären 1:0-Sieg der Färöer Inseln über Österreich 1990


3. Tag

Leider hatte man die ursprünglich für Sonntag angesetzten Spiele der 2. Liga komplett verschoben, so daß mir am nächsten Tag statt Hopping nur Spotting übrigblieb. Andererseits war das die bessere Variante, um etwas auf den Inseln herumzufahren und sich an der unglaublichen Natur zu berauschen. Ich nahm mir vor, die Grounds entlang der Buslinie 300 (Tórshavn - Flughafen - Sørvágur), allesamt auf der Insel Vágur gelegen, abzugrasen.

Erste Station war das Örtchen Sandavágur. Diese Bucht gehört zu jenen, in der heute noch (wenn es der Zufall so will) das sogenannte Grindadráp, der Grindwalfang, stattfindet. Wenn es um Tradition geht, bin ich schmerzlos. Egal ob Walfang oder Stierkampf: Eindeutig PRO. Heute aber ging es weniger blutrünstig zu. Die Gemeinde eilte in die Kirche und ich konnte mir den namenlosen (?) Kunstrasenplatz anschauen, wo einst Sandavágs Ítróttafelag (SIF) kickte. Vom Verein sind nach einer Fusion nur noch die Jugendmannschaften geblieben.

Nach einem kurzen Spaziergang erreichte ich hinter einem Hügel das Dorf Miðvágur. Auch hier liegt der Ground an der einzigst flachen Stelle im Ort, nämlich dort, wo die Bäche von den umliegenden Berghängen ins Meer münden. In der MB Arena spielt Miðvágs Bóltfelag in der 4. Liga. Nun mußte ich knapp anderthalb Stunden auf den nächsten Bus warten. Bei einsetzendem Regen und starkem Wind fast schon eine Herausforderung. So dackelte ich um Kirche und Friedhof herum oder wärmte mich im Verkaufsraum der örtlichen Tankstelle auf.

Arbeitsteilung.


Bucht von Miðvágur und im Hintergrund die Insel Koltur.


Bach in Sørvágur.


Die Färöische Krone ist 1:1 an die Dänische Krone gekoppelt.


Dritte und letzte machbare Station an diesem Tag war für mich Sørvágur. Einer guten Dramaturgie entsprechend traf ich hier auf die schönste Bucht, die bemerkenswerteste Kirche und den geilsten Ground. Im Stadion Dungasandi gab es entlang der gesamten Seitenauslinie eine dreistufige Tribüne, auf der sich in zwei Reihen Sitzschalen befanden. Umgeben war der Platz von einem kleinen Damm und in einer Ecke stand ein Boot auf dem Trockenen. Ein besonderes Fleckchen Erde, wie ich finde.

Der Regen nahm inzwischen an Intensität zu und ich kam kaum noch nach, die Linse des Objektives wasserfrei zu halten. So beschränkte ich den Aufenthalt in Sørvágur auf das Nötigste (Fotos machen) und begann mit der Wanderung den Berg hoch zum Flughafen, wo ich, inzwischen ziemlich durchnässt, auf die Abfahrt des nächsten Busses nach Tórshavn warten konnte.



Stadion Dungasandi in Sørvágur.


4. Tag

So ähnlich wie den Sonntag hatte ich mir auch den Montag vorgestellt: Mit dem öffentlichen Personennahverkehr über die Inseln gurken und Grounds spotten. Nur das ich diesmal auch einen Hubschrauber als Transportmittel in Anspruch nehmen wollte. Mit dem Heli fliegen ist auf den Färöer Inseln nämlich wie Taxifahren. So hatte ich mir einen zwölfminütigen Flug von Tórshavn nach Klaksvik gebucht, dank staatlicher Subventionen zum Preis von nur 215 DKK (28,30 EUR). Man muß sich das so vorstellen, daß an vier, fünf Tagen die Woche ein Hubschrauber unterschiedliche Runden dreht und dabei eher abseits gelegene Ortschaften und Inselchen ansteuert. Dabei ist es nur möglich, eine Strecke in einer Richtung zu fliegen. Den Rückweg (wenn man denn überhaupt am gleichen Tag zurück will) muß man dann per Bus und/oder Fähre bestreiten.

Was als Highlight geplant war, hat der Schreiber dieser Zeilen leichtfertig in den Sand gesetzt. Er stand nämlich zur geforderten Zeit einfach am falschen Helipad. Die Umstände zu erläutern, ist mir zu blöd... sonst rege ich mich nur wieder unnötig auf. Zum Glück ging dabei kein Ground oder gar Länderpunkt flöten. Soll ja auch schon vorgekommen sein...  Wenigstens hatte ich jetzt plötzlich genug Zeit, meine Fotosammlung färöischer Holzhausfassaden zu erweitern.

Schön, aber falsch: Helipad in Tórshavn.




5. Tag

Tschüß ihr schönen Schafsinseln. Vielleicht kommt euch ein Schaf aus Deutschland mal wieder besuchen...! Huh!





Strom für das Rheinland.


Braunkohlengroßkraftwerk Niederaußem.

27.8.17 * SV Erftstolz Niederaußem - 1. FC Quadrath-Ichendorf   1:3 * 15:00 Uhr * Kreisklasse B * Erftstolz-Stadion, Bergheim * Zuschauer: 30 * Eintritt: nix * An- und Abreise: bis/ab Stommeln mit der Bahn zu 10,20 EUR plus 4,80 EUR für ne Fahrradkarte, ab/bis Stommeln mit dem Fahrrad *

Ende der 1970er Jahre verbrachte ich einige Sommer bei Onkel und Tante im Schatten der Kühltürme von Bergheim-Niederaußem. Lebhafte Erinnerungen habe ich an das Spielen mit den Kindern aus der Straße an der Böschung des Bahndamms und, heute darf man es ja sagen, auf Gleisen und Waggons der Rheinbraun. Nun kam ich erstmals seit deren Tod vor fast 30 Jahren wieder her. Das Haus, in dem ich dank der Leidenschaft des Onkels für Fußball Bekanntschaft mit der Sportschau und mit Länderspiel-Live-Übertragungen (u.a. das EM-Finale 1980 gegen Belgien) machte, wird heute von Fremden be- wohnt. Mit mulmigem Gefühl schlich ich einmal durch die Straße an dem Haus vorbei und auf der Rückseite zurück über den roten Weg am Bahndamm entlang.

Am nahezu unveränderten roten Weg werden Kindheitserinnerungen wach!
Wo man einst das Schwimmen lernte: Das Fortuna-Bad.


Direkt gegenüber der Straße liegt der Sportplatz von Erftstolz. Am Eingang stand ein Mann mit einer Geldkassette an einem Stehtisch und fragte mich "Biste von der Presse?" Von dem "Du" bin ich etwas überrascht, von seiner Vermutung bezüglich meines Berufes weniger, denn ich schleppe ausnahmsweise mal ne alte Spiegelreflex mit. "Nee, bin ich nicht." "Iss ejahl, komm rein" winkte er mich an der Geldkassette vorbei in Richtung Aschenplatz. Dieser Platz hat (derzeit ?) keine Tore (mehr). Gespielt wurde ein Stück weiter auf Rasen.

Kreisklasse vor Kraftwerk: So ein aufsteigender Wasserdampf kann, ähnlich dem Züngeln eines Feuerchens, sehr beruhigend wirken.


Der Saisonauftakt für Niederaußem gegen das Nachbardorf Quadrath, die etwa 10 Leute mitgebracht hatten, verlief erfolgversprechend. Nach nur sechs Minuten stand es 1:0. Der Schiri konnte es im Verlauf der ersten Halbzeit weder an der Seitenlinie noch im Publikum jemandem recht machen. Als einer der Grünen nach einem Foul am Boden liegenblieb, mußte ich mir erstmal die Augen reiben: Als Mannschaftsarzt von Erftstolz lief doch tatsächlich der Trainer selbst auf den Rasen zu seinem Schützling. Krass, aber geil! Respekt vor diesem Mann! 

Dirk B. in seiner Funktion als Trainer...
...und Medizinmann.


Schon vor der Pause hatten die Quadrate das Spiel gedreht und ließen im zweiten Durchgang nichts mehr anbrennen. Nicht angebrannt waren auch die Würstchen am Clubheim, so daß ich mir zwischendurch mal mein Hopper-Menü "Bratwurst & Kaffee" schmecken lassen konnte.

Hingucker: 30-40 Jahre alte Bandenwerbung!

Das mit den Zinsen war einmal...


Gut gestärkt konnte ich mich nach 90 Minuten auf den Sattel schwingen und zufrieden den Weg zurück durch Büsdorf und Fliesteden bis nach Stommeln strampeln.



Bandenschild statt Zaunfahne eines S04-DFB-Vielfahrers.

23.8.17 * FV Dudenhofen - FK 03 Pirmasens   2:2 * 19:30 Uhr * Oberliga-Rheinland Pfalz/Saar * Rasenplatz Sportanlagen, Dudenhofen (bei Speyer) * Zuschauer: 510 * Eintritt: 7 EUR * An- und Abreise (ab Ludwigshafen Hbf): Bahn zu 11,20 EUR, Taxi zu 12 EUR *

Zum Afterwork-Hopping nach Dudenhofen, dank Dienstreise nur ab LU. Hatte vor Jahren hier schon mal vor verschlossenen Toren gestanden, als ein Freundschaftsspiel kurzfristig abgesagt worden war. Diesmal gelang der Ground. Favorit Pirmasens hatte etwa 100 Anhänger mitgebracht. Als kurz nach der Halbzeit das 0:2 fiel, schien das Spiel gelaufen. Doch der Außenseiter gab nicht auf und sicherte sich letztendlich verdient einen Punkt.

Das ganze Dorf ist da!


Man kann auf eine lange Tradition zurückblicken!


Rügen ist Hansaland

5.8.17 * SV Blau-Weiß 50 Baabe - TSV Graal-Müritz   1:1 * 14:00 Uhr * Landesliga Ost, Mecklenburg Vorpommern * Jahnspielstätte, Baabe * Zuschauer: 90 * Eintritt: 2 EUR * An- und Abreise (ab Binz): mit dem "Rasenden Roland" zu 8,60 EUR *

Der zweiwöchige Familienurlaub auf Rügen konnte dazu genutzt werden, erstmals mit einem von einer Dampflokomotive gezogenen Zug einen Ground anzu-steuern - auch wenn es nur die letzten neun der insgesamt etwa 760 Bahnkilometer waren. Die Station Baabe liegt keine 50 m vom Platz der Blau-Weißen entfernt. Der auf Rügen geläufige Name "Rasender Roland" bezieht sich im Übrigen weder auf eine einzelne Lok, noch ist es eine Bezeichnung für den gesamten dampfbetriebenen Fuhrpark der Rügener Bäderbahn, sondern meint die noch übriggebliebene Teilstrecke zwischen Lauterbach Mole und Göhren.



Mir gefällt es, daß die Bahn kein reiner Zug für Touristen ist, sondern ein solides öffentliches Verkehrsmittel mit einem doch sehr umfangreichen Fahrplan. Der Fahrpreis orientiert sich ganz am ÖPNV, d.h. auf der gleichen Strecke ist er identisch, egal ob man Dampflok oder Bus fährt. 

Die Jahnspielstätte hat eine Tribüne für exakt 170 Zuschauer (selber nachgezählt) und diese war am ersten Spieltag gut gefüllt. Leider blieb der Grill kalt und nur die Insider wußten, wo man sich mit Bier oder Kaffee versorgen konnte. Von einem Skaterpark (?) nebenan plärrte lautstark grausigste Musik, nur gelegentlich unterbrochen von sinnfreien "Moderationen" eines wahrscheinlich ziemlich pickligen Teenagers. Unaufgeregter Inselkick.

In Neubrandenburg wäre eine solche Tribüne wohl etwas breiter geworden.
Das Ergebnis schon mal zurecht gelegt?! Nein, garantiert nicht!



Lost Cancha: Sellin-Ost


Kanaldeckel "Made in GDR"
Seebrücke Sellin
Kurhaus im Ostseebad Sellin




Steilabhang am Südstrand von Sellin
Schwedisches Jagdhaus (?) in Binz
Neben Bäderstil ebenfalls in Binz anzutreffen: Sozialistische Platte
Der Wald reicht bis zum Strand, Ostseebad Binz
Tourismusprojekt "Kraft durch Freude", Prora


22.7.17 * SV 09 Bergisch Gladbach - DSC 99 Düsseldorf   5:0 * 15:00 Uhr * Freundschaftsspiel * Isotec Sportpark, Bergisch Gladbach * Zuschauer: 28 * Eintritt: nix * An- und Abreise mit dem Fahrrad *





7.7.17 *  KTSV Preußen Krefeld - KFC Uerdingen   0:6 * 19:00 Uhr * Freundschaftsspiel * Hubert-Houben-Kampfbahn, Krefeld * Zuschauer: 633 * Eintritt: 5 EUR * Anreise mit Bahn und Bus zu 24,55 EUR

Die heißeste Zugfahrt ever gab mir die DB heute. Und ich vergebe ihr ihre Schuld nicht! Auf der Strecke Köln-Mülheim -> Düsseldorf Hbf, auf der man nur knapp 30 Minuten unterwegs ist (inkl. Verzögerung wg. Zugvorbeifahrt) saß ich oben in einem doppelstöckigen Regionalexpress. Und dort war es einfach nur heiß...! Vorsichtige Schätzung: Etwa 50 - 60 °C! Wahnsinn!!! Noch eine halbe Stunde länger und man hätte meine körperlichen Überreste furztrocken aus dem Waggon kehren können. Dabei war die Klimaanlage, so zeigte es daß Bedienpanel an, nicht einmal ausgefallen, sondern bloß gar nicht erst in Gang gesetzt worden. Deutsche Bahn: Das war Körperverletzung!



Den Start in die neue Saison gönnte ich mir in Krefeld. War schon vor 25 Jahren zweimal hier gewesen, als Preußen etliche Klassen höher in der Oberliga Nordrhein kickte. Das Stadion konnte, damals wie heute, gefallen: Der von Bäumen umsäumte Platz wurde 1925 angelegt, die Tribüne ist somit aller Wahrscheinlichkeit nach über 90 Jahre alt... und leider ein Sanierungsfall. Vor Wochen soll ein Teil des Tribünendaches rund 8 Meter in die Tiefe gefallen sein. Bleibt zu hoffen, daß das Stadtsäckel noch ein paar Taler (2 Mio ?!) erübrigen kann, um diese Perle vor dem Verfall zu retten.

Als es nach elf Minuten schon 0:3 stand, dachte ich, daß das hier wohl zweistellig werden würde. Aber nix da. Und sonst? Fünftes Spiel in Folge ohne Eintrittskarte und die Bratwurst war mies.