"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]

SVALBARD



Orte und Landschafte, bei denen man (im geographischen Sinne) das Gefühl hat, am "Ende der Welt" zu sein, finde ich besonders anziehend. Meist handelt es sich um Städte und Gegenden, die von Menschen besiedelt und - aus welchem Grunde auch immer - dann weitestgehend verlassen wurden, um sich selbst überlassen zu bleiben: Kolmanskoppe (Diamantengräberstadt in Namibia), Aralsee (Usbekistan), Pripjat und Tschernobyl (Ukraine) usw. 

Auf einen weiteren solchen Ort bin ich erst vor etwa zwei Jahren durch zwei Freunde aufmerksam gemacht worden, die diesen im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht hatten: Piramiden. Mit Pyramiden im heißen Wüstensand hat dieser Ort nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Denn die verlassene russische Bergarbeiter-Siedlung Piramiden liegt so weit im Norden, wie es fast nicht mehr geht: Auf der Inselgruppe Spitzbergen, nur 1 300 km vom Nordpol entfernt.

 

Spitzbergen bezeichnet genau genommen nur eine der Inseln des Archipels, die Norweger nennen die Inseln Svalbard. Bis dahin staaten- und somit auch gesetzlos, sind die Angelegenheiten auf Svalbard seit 1925 durch den Spitzbergenvertrag geregelt. Dieser garantiert allen Bürgern der Vertragsstaaten gleiche Rechte auf Arbeit, Handel und Schifffahrt im Gebiet Svalbards. Das heißt insbesondere, das dort jeder Bürger eines Vertragsstaates ohne weitere Bedingungen eine Arbeit annehmen oder eine Firma eröffnen kann. Fischereirechte und Polizeigewalt liegen bei Norwegen.

Die Bevölkerung der Inseln verteilt sich auf die Orte Longyearbyen (2 185 Bewohner) und Barentsburg (485 Bewohner). In anderen drei Ortschaften leben permanent nur etwa 30 Forscher (Ny-Alesund, die nördlichste Siedlung überhaupt), eine Handvoll Bergleute (Svea) bzw. 4 – 6 Russen (Piramiden).

Auf Svalbard wird seit 100 Jahren niemand mehr beerdigt und geboren wird hier auch nicht. Anders als im Rest der Welt ist hier das Tragen von Schußwaffen Pflicht - zumindest wenn man Longyearbyen oder Barentsburg ohne Guide verlassen will. Eisbärwächter versuchen eigens dafür zu sorgen, daß die Eisbären gar nicht erst in die Nähe der Siedlungen kommen. Die Tiere sind natürlich streng geschützt.

Ich hab mich mit zwei Krimis der norwegischen Glaziologin, Meteorologin und Schriftstellerin Monica Kristensen eingestimmt: In "Suche" erfährt man sehr viel über den Bergbau in Longyearbyen und in "In manchen Nächten" wird man mit nach Barentsburg mitgenommen und taucht tief in das Verhältnis zwischen Russen und Norwegern auf Svalbard ein.



1. Tag (Fr, 29.3.)


Bergisch Gladbach -> Berlin Hbf mit der Bahn zu 24,40 EUR, Ü im "Premium Hostel" zu 14 EUR (Mehrbettzimmer)


2. Tag (Sa, 30.3.)

Berlin TLX -> Oslo OSL mit Easyjet zu 64,34 EUR, Oslo OSL -> Longyearbyen LYR mit Norwegian zu 101,04 EUR, 4x ÜF im Gjestehuset 102, Nybyen / Longyearbjen zu je 55 EUR


3. Tag (So, 31.3.)



4. Tag (Mo, 1.4.)



5. Tag (Di, 2.4.)



6. Tag (Mi, 3.4.)

Longyearbyen LYR -> Oslo OSL zu 88,04 EUR und Oslo OSL -> Tromsø TOS zu 99,10 EUR jeweils mit Norwegian, 2x ÜF im Bed & Waffles, Tromsø zu je 54 EUR


7. Tag (Do, 4.4.)



8. Tag (Fr, 5.4.)

Tromsø TOS -> Oslo OSL zu 67,50 EUR mit Norwegian, Oslo Luchthavn -> Göteborg Central mit der Bahn zu 25,43 EUR, 1x Ü im Linné Hostel, Göteborg zu 31 EUR


9. Tag (Sa, 6.4.)

Göteborg GOT -> Kopenhagen CPH -> Düsseldorf DUS zu 84,34 EUR mit SAS Scandinavian Airlines