"Wenn Du ein Land kennenlernen willst, gehe nicht zu den Ausgrabungsstätten, sondern in die Tavernen." Das habe er so oder so ähnlich einmal gelesen. Michael Höller hat den Spruch nur etwas abgewandelt und ihn zu seinem Lebensmotto gemacht: "Statt Tavernen sind es bei mir eben Stadien."[Allgemeine Zeitung / Rhein Main Presse, 1.8.2015]



1. Der Kradepohl

2. Einweihung der Gedenktafel

3. Versuch einer Chronik des SV 09

4. Zeitungsberichte aus dem Meisterjahr 1953 u.v.m

5. Fotos aus dem Nachlass von Toni Höffken



1. Der Kradepohl, Bergisch Gladbach (2012)

Reisender, kommst Du mit der S-Bahn nach Bergisch Gladbach, halte Deinen Blick an der Station Duckterath in Fahrtrichtung links. Dort befindet sich eine    unscheinbare, brachliegende Fläche. Nichts erinnert daran, daß hier einst vor den Augen eines DFB-Präsidenten und weiteren 12 000 Zuschauern (manch- mal ist auch von 10 000, 15 000 oder gar 18 000 die Rede) ein Viertelfinalspiel im DFB-Pokal ausgetragen wurde.

Die "Roten Teufel vom Kradepohl", wie die Spieler des SV Bergisch Gladbach 09 genannt wurden, hatten 1953 ihre Sternstunde. Nachdem im Wuppertaler   Stadion am Zoo vor 30 000 Besuchern die Deutsche Amateurmeisterschaft gegen den Homberger SV 3:2 gewonnen werden konnte, war man für den DFB- Pokal qualifiziert. Dieser Wettbewerb begann in der Saison 1953/54 mit acht Mannschaften, die Bergischen hatten am 2. August um 14:30 Uhr den VfB   Stuttgart (immerhin Deutscher Meister von 1950 und 1952) zu  Gast. Der SV 09 ging in der Verlängerung (102.) gar in Führung, mußte aber noch den Aus- gleich hinnehmen (114.). Das Rückspiel in Stuttgart ging 0:6 verloren, der VfB Stuttgart gewann später den DFB-Pokal.

Der Kradepohl (was soviel wie "Krötenteich" bedeutet) war damals ein Aschenplatz, der von sieben Zementstufen umgeben wurde. Zumindest beim Pokal- spiel gegen Stuttgart gab es auch Sitzplätze. 1997 wurde der Sportplatz stillgelegt, da er Anfang der 90er Jahre wegen seines Belages aus Kieselrot als belastet eingestuft worden war. Ende 2002 ist der Belag für 240 000 EUR abgeräumt worden. Mittlerweile wird das Gelände als Parkplatz genutzt.







2. Einweihnung der Gedenktafel (29.11.2013)

Für viele nur ein Parkplatz, für Ortskundige bei weitem mehr: Der Kradepohl.

Das noch verhüllte Objekt.

Als  ich im Dezember 2012 in Köln-Dellbrück an der Bergisch Gladbacher Straße auf eine Tafel stieß, die auf den ehemaligen Platz "Et Höffge" von Preußen Dellbrück hinweist, kam ich auf die  Idee, daß dem verschwundenen Sportplatz Kradepohl in meiner Heimatstadt  etwas vergleichbares auch gut zu Gesicht stehen würde. So schrieb ich im  Januar 2013 an den damaligen Präsidenten des SV 09 Patrick Esser (der 6 Tage später sein Amt aufgab) und den stellver-tretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates Wolfgang Bosbach, erläuterte meinen Vorschlag und bot an, im Falle einer Verwirklichung mich mit 50 EUR an den Kosten zu beteiligen.

Wolfgang Bosbach war begeistert, sicherte ebenfalls 50 EUR zu und leitete die Sache zuständigerweise an Bürgermeister Lutz Urbach weiter. Dieser teilte mir im Februar 2013 mit, daß sich die Stadt um die Aufstellung einer solchen Gedenktafel kümmern werde. Ende Mai bekam ich von Volker Weirich, dem Leiter des städtischen Sportamtes, den Entwurf den Schildes vorab schon als pdf-Datei zu sehen. Das die Enthüllung der Gedenktafel nun leider nicht pünktlich zum 60. Jahrestages des großen Spiels gegen den VfB Stuttgart stattfinden konnte, lag nicht, wie man evt. argwöhnen  könnte, an einer schläf- rigen Stadtverwaltung, sondern an einer traurigen  Personalie in Reihen der städtischen Pressestelle.

Im November 2013 wurde ich erstmals von der neuen Leiterin des Büros für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bergisch Gladbach Marion Linnen- brink kontaktiert. In Kürze konnte mit allen Beteiligten ein Termin gefunden werden, zu dem auch die örtlichen Pressevertreter eingeladen wurden.

Volker Weirich überreicht ein Buch.

Patrick Duske deckt Familie Höller mit Club-T-Shirts ein.

Mit  Frau Alena und den Söhnen Paul und Martin im Schlepptau ging es  freitags um 15:30 Uhr zum Kradepohl. Dort waren bei "dem Fritz Walter sein Wetter" Marion Linnenbrink und Volker Rogowski in den letzten Zügen der Vorbereitung: Sämtliche Hundehäufchen wurden professionell entfernt, damit nun keinem der geladenen Gäste ein Malheur passieren konnte. 

Ich muß zugeben,  daß ich nicht alle kannte und mir auch nicht alle Namen von denen merken konnte, die dann am festlich-grünen Pavillion auftauchten. Volker Weirich übergab mir ein sehr interessantes, seit langem vergriffenes Buch über die Anfänge des Lokalsports in Bergisch Gladbach bis 1999. Unser Nachbar Patrick Duske ließ sich nicht lumpen und stelle der ganzen  Familie einen kompletten Satz SV 09-T-Shirts zur Verfügung. Anschließend trudelten Rainer Adolphs vom Stadtsportverband, Ex-Landrat und Beirat des SV 09 Rolf Menzel und der langjährige Stadtdirektor Otto Fell ein. Mein FCB-Schal wurde hier, in einer Hochburg des 1. FC Köln, kritisch beäugt. Doch Frau Linnenbrink und Herr Weirich standen mir bei, in dem sie sich vor ihrem Chef als Bayern- Fans outeten.

WoBo und sein Fan.

Lutz Urbach findet lobende Worte.

Zu meinen persönlichen Highlights wurde ohne Frage das Erscheinen von Wolfgang Bosbach, unserem Mann im Berliner Bundestag und einem Sympathie- träger der Region sowie die spontane, kurze Ansprache von  Bürgermeister Lutz Urbach.

Ins rechte Licht rücken für die Fotografen.



Anschließend durfte man sich mit Gedenktafel und städtischer Prominenz vor dem Parkplatz in Position bringen, ein stilechtes Blitzlichtgewitter überstehen und zwei, drei Presseleuten Interviews geben. Wie in einem anderen Film! Von Uta Böker erschien vier Tage später ein Artikel über mich als Groundhopper im Kölner Stadtanzeiger. Einem weiteren Bericht im online-Bürgerportal i-gl war tags zuvor ein Interview mit Georg Watzlawek im "Quirl" vorangegangen.

Fazit: Einmaliges Erlebnis! Ein Dank an die Stadt Bergisch Gladbach!!!

Stadtdirektor a.D. Otto Fell begutachtet Fotosession.

Gruppenbild mit Martin, ohne Dame.

Kölsch und Fassbrause beim Festakt unterm Zelt.

Man stellt sich den Fragen des Kölner Stadtanzeigers.

Je 50 EUR von Wolfgang Bosbach und mir für die Gedenktafel, aber...

...der Stadtvater verweigert aus gutem Grund die Annahme, so...

...daß Volker Weirich die Kohle in Verwahrung nehmen "muß".

Städtische Prominenz und der Hopper.


Auch Sohnemann Paul wird "ausgequetscht".

Letzte Wünsche der Fotografen werden erfüllt.






3. Versuch einer Chronik des SV 09

Im folgenden eine kleine Reminiszenz an den bedeutendsten Fußballverein meiner Heimatstadt Bergisch Gladbach.

Hier geht es allerdings nur um die Herren. Während die großen Erfolge der Damen (2x Weltpokalsieger, 9x Deutscher Meister, 3x DFB-Pokalsieger) noch weitgehend im Bewußtsein der Öffentlichkeit präsent sind, droht die Geschichte der Männer in Vergessenheit zu geraten.


1909

Gründung des FC 09 Bergisch Gladbach, des Turn- und Spielvereins der Fa. Zanders und die Schülervereinigung Montania des Progymnasiums.

Als sich im Jahre 1909 einige fußballbegeisterte junge Männer zusammenfanden, um einen Fußballclub zu gründen, bestanden in der benachbarten Großstadt Köln schon eine ganze Reihe fußballspielender Vereine. Unsere Väter hatten damals noch herzlich wenig Verständnis für diese neue, von England herübergekommene Sportart, so daß diese jungen Pioniere mit ungeheuren Widerständen zu kämpfen hatten... (G. Fuhrmann, 1959)

Jean Fischer sagt man nach, daß er der erste war, der sich in Bergisch Gladbach für den Fußball erwärmte und ihn populär zu machen versuchte. Eine andere Version will wissen, daß es der holländische Uhrmachergeselle Pilsecker gewesen ist, der die Anfangsgründe des Fußballs lehrte und die Jugend für diesen schönen Sport gewann. Wie dem auch sei, bald war eine Fußbalmannschaft zusammen, und der in der Welt herumgekommene Studiosus Hoock unterwies die gelehrige Schüler im Umgang mit dem runden Leder.

Der erste Platz: die Gaswiese an der Tannenbergstraße

Schwarzer Pfeil: Das Sägewerk Kirch an der Britanniahütte (Februar 2017). Ganz im Vordergrund verläuft die Tannenbergstraße.

Wir spielten an der Gaswiese (dort sich heute das Sägewerk Kirch befindet, stand damals ein Gaskassel) an der heutigen Tannenbergstraße. Vor jedem Training wurden die Tore aufgestellt. Wir trainierten drei- bis viermal die Woche. Einmal hatte man uns die Tore gestohlen! Die neu besorgten Tore stellten wir nach den Trainingsabenden bei der sportbegeisterten Familie Rheindorf (dem damalien Gasmeister) unter.

Die Bevölkerung sah unserem Treiben nicht gerade mit Entzücken zu. Abends marschierten wir mit dem Gesang "Im Herbst, wenns Wetter kühl" (unserem neuen Vereinslied) zum Platz. Von der Straße her wurden uns manch dumme Bemerkungen zugerufen. Es kam mehr als einmal vor, daß man uns mit faulem Obst bewarf. Doch all das konnte uns nicht davon abhalten, unserem geliebten Fußballsport nachzugehen.

Das erste Spiel: FC 09 Bergisch Gladbach - Rhenania Köln   1:13

An jenem Sonntagmorgen stellte sich heraus, daß unser Wettspielball "todkrank" war. Um uns nicht zu blamieren, beschlossen wir, uns ein neues Leder anzuschaffen. Wir legten zusammen und da es in Bergisch Gladbach kein Sportgeschäft gab, mußte kurz vor Spielbeginn extra einer von uns nach Köln fahren, um im Sporthaus Sauer in der Passage einen Ball zu erstehen. Zu jener Zeit waren die Geschäfte sonntags noch bis 14 Uhr geöffnet.

Dann kamen unsere Freunde von der Kölner Rhenania, die jedesmal stürmisch begrüßt wurden. Sie brachten alles mit: Schiedsrichter, Linienrichter, Fotograf und einige Schlachtenbummler. Im schmucken rotgelb gewürfelten Trikot (selbstredend von jedem persönlich bezahlt!) liefen wir auf. Obschon wir damals durchweg 17 bis 19 Jahre alt waren und allesamt schnell laufen konnten, kamen wir dennoch nicht an den Ball. Angelte ihn einer  von uns doch einmal, war er im nächsten Moment wieder im Besitz des Gegners. Die Kölner Schlachtenbummler feuerten ihre Mannschaft zünftig mit "Hepp, hepp!" an. Schoß einer ein Tor, dann schrie alles "Goal" im Chor. Sogar wir schrien aus lauter Begeisterung mit.

Die Kölner hatten sehr viel Mühe, wenigstens den Gastgebern das Ehrentor zuzuschustern. Schließlich gelang dies dem Trainerassistenten Pilsecker. Anschließend wurde in unserem Vereinslokal das Spiel ordentlich gefeiert und begossen. Es war herrlich! Ja, so war das damals..."

Natürlich blieb das blamable Resultat dem Volke nicht verbogen, und  promt hatten die Fußballer ihren Spitznamen weg: FC Odemsnut (Atemnot).

Die erste Mannschaftsaufstellung lautete: "Bums" Eversbach, Hans Borschbach, Josef Meißen, Hermann Ritter, Fritz Hoock, Jean Fischer, Emil Löber, Erich Suhre, Pilsecker, Karl Horstmann und Willi Buchmüller.

"Ein weiteres Spiel gegen Sülz wurde sogar 1:16 verloren. Aber dem Gegner gefiel die Geselligkeit der Bergischen so gut, daß einige Spieler sogar bereit waren, in Zukunft das rotgelbe Trikot zu tragen. "Fitchbunn" und sein Kamerad Peters verfügten über sehr viel Fußballverstand. Ihnen beiden ist es zu danken, daß die Gladbacher in der Beherrschung des Flachpaßspiels mehr und mehr Fortschritte erzielten."

Noch im Gründungsjahr erfolgte eine Fusion des FC 09 mit Montania, den Schülern vom Progymnasium.

Gemeinsam ging es daran, an der heutigen Damaschkestraße einen neuen Sportplatz zu bauen, dem Kradepohl.

1910

Erste Meisterschaftsspiele wurden absolviert. Bei der Premiere gab es eine 1:3-Niederlage gegen den Kölner TV 43.

Die Direktion es Progymnasiums verbot es seinen Schülern bei Androhung harter Strafen, dem Lederball hinterherzujagen. In der Folge mußte der FC 09 seine Mannschaft vom Meisterschaftsbetrieb zurückziehen.

1911

Erneute Teilnahme an der Meisterschaft, Platzierung im Mittelfeld der Tabelle.

1912

Nach der Meisterschaftsrunde stand der FC 09 gemeinsam mit Germania Mülheim an der Tabellenspitze. Das Entscheidungsspiel ging zwar verloren, doch der Aufstieg war dennoch gesichert.

1914 - 1918

Kein Spielbetrieb während des ersten Weltkrieges, dem 26 aktive Mitglieder des FC 09 zum Opfer fielen.

1919

Am 22. Januar erfolgte im Restaurant Wielpütz auf die Initiative des Zandrianers Ferdinand Huneke die Fusion zwischen dem FC 09 und dem TSV Zanders zum SV 09 Bergisch Gladbach. Die Firma Zanders überließ dem Verein den Platz an der Gronauer Straße.

Ausschnitt aus einem Plan von ca. 1914, der die Gronauer Waldsiedlung zeigt. Der "Spielplatz" ist die Fläche, auf der der SV 09 im Jahre 1919 kickte.


Bebauung auf dem damaligen "Spielplatz: Gronauer Waldstraße...


...und "Am Wäldchen".


Aufstieg mit Blauweiß Lindenthal in die A-Klasse.

1920

Der Platz am Gronauer Wald wurde für Siedlungszwecke gebraucht. Daher Umzug zum Driescher Kreuz. Das erste Spiel dort gegen den VfB 05 Köln-Kalk endete vor ansehnlichen 3 000 Zuschauern 1:1.

Zanders-Gelände am Driescher Kreuz. Kickte hier einst der SV 09?


1923

Aufstieg in die damalige 2. Liga.

1925

Zanders benötigte aufgrund der eigenen industriellen Ausdehnung den Platz am Driescher Kreuz. Dem SV 09 wurde das Gelände am Kradepohl zum Kauf angeboten. Unter großen Opfer wurde in mehrjähriger Arbeit der Sportplatz erstellt. Zwischenzeitlich spielte man "An der Flora".

Am 13.12.1925 wurde der Kradepohl mit einem Spiel gegen den damals sehr starken Marienburger SC (u.a. mit Nationalspieler Schorsch Euler) seiner Bestimmung übergeben. Der SV 09 gewann mit 5:4!

Man konnte sagen, daß sich der Fußbal endgültig durchgesetzt hatte. Wurde ein Auswärtsspiel bestritten, begleiteten lange Schlachtenbummlerkolonnen die Mannschaft.

1926

Zum Saisonende wurde der SV 09 gemeinsam mit dem VfL Poll Tabellenführer, das Entscheidungsspiel ging wieder verloren.

1928

Der SV 09 Bergisch Gladbach wurde unangefochten Sieger seiner Gruppe. Und weiter stürmte die Mannschaft! In den Qualifikationsspielen für die höchste deutsche Klasse wurden nacheinander der berühmte KSC 99, Bergheim, Alsdof und Waldhausen geschlagen. Damit war die Meisterschaft der Bezirksklasse des gesamten Südkreises Köln, Bonn, Aachen, Düren und Mönchengladbach ohne Niederlage gewonnen. Der Einzug in die "Sonnenliga" war vollzogen.

1929

Abstieg aus der höchsten deutschen Spielklasse.

1930

Direkter Wiederaufstieg.

1931

Dank einer Abstiegssperre konnte sich der SV 09 Bergisch Gladbach in der Liga halten.

1932

Erneuter Abstieg in die Bezirksklasse.

1933

In Folge einer neuen Klasseneinteilung wurde der SV 09 in die 1. Kreisklasse gesteckt. Es gelang der Aufstieg und somit die Rückkehr in die Bezirksklasse.

Im Rahmen eines Rote-Kreuz-Wettbewerbs konnte der spielstarke Gaumeister Sülz 07 (ein Vorläuferverein des 1. FC Köln) mit 5:4 geschlagen werden.

1937

Gastspiel des englischen Fußballclubs Racing Hope am Kradepohl. Am Karfreitag siegte der SV 09 bei Schneegestöber mit 5:1.

1939 - 1945

Die politischen Ereignisse mit dem verhängnisvollen Kriegsausbruch gingen auch am SV 09 nicht spurlos vorüber. Zwar konnte der Spielbetrieb einigermaßen aufrecht erhalten werden, aber immer zahlreichere Altive mußten den Kradepohl verlassen. Bis zum Oktober 1944 hielt der alte Pionier Adolf Miebach mit einer Handvoll Jugendlicher den Betrieb aufrecht, dann mußte auch er kapitulieren. Bis Kriegsende lag der Kradepohl brach. In der schweren Zeit hatte man wirklich andere Sorgen als Fußballspielen.

Am 26. September 1945 wurde der SV 09 Bergisch Gladbach im Lokal Heines am Bach neu gegründet. Trotz erheblich größerer Spielstärke muße die 1. Mannschaft ganz unten bei den Landvereinen starten.


traditionsreich: Heines am Bach, heute Gaststätte "Im Schlöm",


das älteste Haus an der Laurentiusstraße


1946

Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Beim Spiel gegen Germania Zündorf verletzte sich der Außenläufer Peter Fischer tödlich.

1947

In der folgenden Saison trat der SV 09 in der 1. Kreisklasse einen beispiellosen Siegeszug an. Mit einem 8:0 über Deutz begann er, mit einem sagenhaften 10:0 gegen Schlebusch schloß er ab. Die Tabellenspitze wurde gegen den ärgsten Rivalen aus Höhenhaus klar behauptet. Der Schlußstand lautete 118:33 Tore und 30:9 Punkte.

1948

Toni Höffken (von Rot-Weiß Oberhausen) und Jupp Werheid wechselten zum SV 09 und verstärkten den Angriff. Torhüter Steffen (aus Königsberg) und Toni Ullmayer wurde die Ehre zuteil, in eine westdeutsche Auswahlmannschaft berufen zu werden.

Mit 32:0 Punkten und 75:15 Toren wurde Bergisch Gladbach Erster seiner Klasse. Der stärkste Konkurrent, der Kölner BC, schloß sich mit Sülz 07 zum 1. FC Köln zusammen. In der Aufstiegsrunde gelingen Siege in Serie (Erkelenz 6:1, Lechenich 5:0, Rodenkirchen 4:2, Ederen 7:1, Weiden 1:0 und Stolberg 3:1) und der Gewinn der Bezirksmeisterschaft.

1949/50

Die erste Saison im Vertragslager beendete der SV 09 auf dem drittletzten Platz.

"Immerhin war in dieser Zeit die Spielstärke der Gruppe II der 2. Vertragsklasse sehr stark. Man betrachte nur einmal die damalige Tabellenspitze: Rheydter SV (Meister), Fortuna Düsseldorf, Wuppertal, Remscheid, Leverkusen, ETB, Rapid Köln, Westfalia Herne..."

1950/51

Dritter Platz hinter Leverkusen und Wuppertal.

1951/52

"Nach der dritten Saison in der Vertragsklasse wurde der Schritt zurück in das Amateurlager vollzogen, weil die 2. Liga auf die Hälfte reduziert wurde."

1952/53

Mittelrhein-Meisterschaft und Deutscher Amateurmeister!

Auf der Rathaustreppe wurde der deutsche Amateurmeister...


...von 30 000 begeisterten Bürgern Bergisch Gladbachs gefeiert.


1953/54

Pokalschlacht gegen den VfB Stuttgart!

DFB-Pokal, Viertelfinale (nur 8 Teilnehmer)

2.8.1953: SV 09 Bergisch Gladbach - VfB Stuttgart   1:1 (n.V.)

1:0 Werheid (102.), 1:1 Baitinger (114.), 12 000 Zuschauer am Kradepohl


Sporthotel Klever: "Umkleidelokal" für den SV 09 für seine...


...Zeit am Kradepohl. 1954 verfolgten hier 300 Gäste das WM-Finale am TV.


DFB-Pokal, Viertelfinale, Rückspiel

16.8.1953: SV 09 Bergisch Gladbach - VfB Stuttgart   0:6

in Frankfurt

 

1954/55

Westdeutscher Pokal, 3. Runde

Juni 1954: SV 09 Bergisch Gladbach - Bayer 04 Leverkusen   2:4 (n.V.)

0:1 Flohr (4.), 0:2 Zesar (6.), 1:2 Höffken (85.), 2:2 Ackermann (90.), 2:3 Nußbaum (102.), 2:4 Schulz (116.), 5 000 Zuschauer am Kradepohl

"Wieder eine Mittelrhein-Meisterschaft für Gladbach! Tura Bonn als hartnäckigster Gruppenrivale wurde um vier Punkte abgehängt, im Entscheidungsspiel um die Mittelrhein-Meisterschaft Stolberg am Kradepohl 5:1 geschlagen (Rückspiel 2:2), anschließend im Weg über den 1. FC Neukölln (3:0) und Sterkrade (2:2) wieder an die Pforte zum Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft gepocht! Ein Sieg über die Siegener Sportfreunde wäre nötig gewesen." Aber diese gewannen das Spiel verdient 1:0.

 

1955/56

Erstes Spiel für den SV 09 im neuen Stadion an der Paffrather Straße!

Westdeutscher Pokal, 2. Runde

10.8.1955: SV 09 Bergisch Gladbach - SV Sodingen   4:3

1:0 Höffken (11.), 1:1 u 1:2 Stolte (17. u 20.), 2:2 Bolduan (40.), 3:2 Kahr, 3:3 Szmizek, 4:3 Höffken (80.), 6 000 Zuschauer im Stadion an der Paffrather Straße

Der SV Sodingen aus Herne kam übrigens als Westdeutscher Vizemeister mit den Nationalspielern Harpers und Sawitzki.

  

Westdeutscher Pokal, 3. Runde

21.9.1955: SV 09 Bergisch Gladbach - Preußen Dellbrück   2:0

1:0 und 2:0 Eich (60. und 82.), 6000 Zuschauer am Kradepohl

 

Westdeutscher Pokal, 4. Runde

1955: Borussia Dortmund - SV 09 Bergisch Gladbach   9:2

in der Kampfbahn Rote Erde, Dortmund

 

Der Ligaalltag: "Jupp Werheid hatte lange pausiert. Nun war er wieder dabei und das Gladbacher Spiel lief wie eh und je. Wieder gelang der SV 09 der Gruppensieg. Im entscheidenden Gang gegen Troisdorf aber unterlag die Mannschaft 0:1 und 1:2."

 

1956/57

"Diese Saison brachte mit einem 11. Platz einen gewissen Tiefstand. Woran lag es? Der Sturm schoß zu wenig Tore (40)."

 

1957/58

"Wiederum ein Meisterjahr (auf Mittelrhein-Ebene)! Diesmal waren in der "Westdeutschen" Hombruch (das dann Deutscher Amateurmeister werden sollte) und Linford die Gegner. Wie man hieraus schon ersieht, scheiterte der SV 09 an Hombruch. Dabei hatte unser Sturm in der Meisterschaft 81 Tore geschossen. Aber die Leute um Prothmann konnten es noch besser."

 

1958/59

"In der Meisterschaft wurden wir guter Dritter. Als besonderes Ereignis während der Saison sei die siegreich verlaufene Englandfahrt (nach London zum Enfield FC) festgehalten."

 

1959/60

Westdeutscher Pokal, 1. Runde

9.5.1959: SV 09 Bergisch Gladbach - Borussia Dortmund   3:2

1:0 Schumacher (35.), 1:1 Schilling (50.), 1:2 Eich /ET (55.), 2:2 Frings (60.), 3:2 Kops (78.), 5 000 Zuschauer im Stadion an der Paffrather Straße

  

Westdeutscher Pokal, 2. Runde

30.5.1959: SV 09 Bergisch Gladbach - Viktoria Köln   1:2

0:1 Beermann (41.), 0:2 Bulenda (51.), 1:2 Ullmayer (78.), 5 000 Zuschauer im Stadion an der Paffrather Straße

 

1960/61

Mai 1960: SV 09 Bergisch Gladbach - 1. FC Köln   1:6

8 000 Zuschauer im Stadion an der Paffrather Straße

Der 1. FC Köln war u.a. mit den Weltmeistern Hans Schäfer, Helmut Rahn sowie Karl-Heinz Schnellinger, Leo Wilden und Jupp Röhrig (erster Nationalspieler der Geißböcke) angetreten.

Toni Ullmayer wurde für sein 500. Spiel für den SV 09 ausgezeichnet.

   

...WIRD FORTGESETZT...

 

Quellen: Festschriften zum 50. und 70. Jubiläum des SV 09 sowie das Buch "80 Jahre SSG 09"






4. Zeitungsberichte aus dem Meisterjahr 1953



 

 


 
























Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte aus dem Nachlaß von Toni Höffken


5. Fotos aus dem Nachlass von Toni Höffken

 

Besuch bei KaJo Höffken, 2.2.2014


1947

Ein Spiel RWO - Concordia Hamburg (evt. am Karfreitag 1947, s.u.) kann ich in keiner Statistik finden. Spielort müßte das Oberhausener Niederrheinstadion gewesen sein. Wenn jemand genaueres weiß oder Quellen kennt, bitte Info an mich. Bedankt!


vermutlich handelt es sich hier (anders als im Fotoalbum angegeben) um das Spiel Rot-Weiß Oberhausen - Union Hamborn 2:0 in der Bezirksliga-Gruppe Oberhausen/Duisburg von 1947

ganz rechts: Toni Höffken, RWO

2. Spieler von rechts: Toni Höffken



Rot-Weiß Oberhausen - Rheydter SV 2:0 (Endrunde um die Niederrheinmeisterschaft 1947), Spieler ganz links: Toni Höffken





7.6.1947: Endscheidungsspiel um die Niederrheinmeisterschaft zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Düsseldorf (3:1) vor 38 000 Zuschauern.

Fotos aus dem Nachlaß des RWO-Spielers Toni Höffken. Mit freundlicher Genehmigung von KaJo Höffken.



Lorbeerkranz für die Sieger!




Mann in schwarzer Jacke: Torhüter Willy Jürissen, dahinter: Toni Höffken



Fotos vom Halbfinale um die Britische Zonenmeisterschaft Rot-Weiß Oberhausen - Hamburger SV 1:3 (am 6. Juli 1947, vor 45 000 Zuschauern im Wedau-Stadion Duisburg), Torschütze für RWO: Toni Höffken





1950

1953


Schlachtenbummler vom Kradepohl am Bahnhof in Bergisch Gladbach



Fans auf dem Weg ins Wuppertaler Stadion "Am Zoo"


28. Juni 1953: Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft zwischen dem SV 09 Bergisch Gladbach und dem Homberger SV



Übergabe des Carl-Riegel-Wanderpreises für die beste deutsche Amateurmannschaft an Toni Höffken von DFB-Präsident Peco Bauwens.




29. Juni 1953: Empfang des Deutschen Amateurmeisters auf der Rathaustreppe am Konrad-Adenauer-Platz, Bergisch Gladbach


Josef Opladen (Vorsitzender der Kreisfussballverbandes Köln) überreicht Spielführer Toni Höffken eine wertvolle Trophäe.


2. August 1953: Viertelfinale im DFB-Pokal, SV 09 Bergisch Gladbach - VfB Stuttgart 1:1 (n.V.), 12 000 Zuschauer am Kradepohl



1954

9.8.1954


1955

14.1.1955, Kölner Stadtanzeiger












(noch) undatiert

 


1963

16.6.1963


1969

28.4.1969